Fünfzehnter Abschnitt
DIE DEUTSCH -RUSSISCHEN BEZIEHUNGEN
AN DEN REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLLWEG
D er heutige Leitartikel der „Times" mit der Über-schrift „What does it mean" befaßt sich mit derseit kurzem bei uns gegen Rußland gerichteten Preß-fehde und darf als ein gutes Bild der Stimmungbetrachtet werden, welche durch die Angriffe unsererBlätter hier erzeugt worden ist. Man vermag sich diekriegerische Note, die gegen den Dreiverband undnamentlich gegen Rußland angeschlagen wird, nichtrecht zu erklären und fühlt sich auf jeden Fall durchdie rätselhaft erscheinende Sprache unserer Blätterbeunruhigt. Sehr bezeichnend ist aber der Schluß, zudem die „Times“ gelangt, und ich vermag ihr nurvollkommen beizustimmen, wenn sie sagt, daß, fallsirgend etwas vonnöten wäre, um die Bande des Drei-verbandes enger zu ziehen oder um den Franzosenzu ihrer dreijährigen Dienstzeit zu verhelfen, es hier-für kein wirkungsvolleres Mittel gäbe, als die Art vonAufsätzen, die sich gegenwärtig in der deutschenPresse hervorwagen dürften. Ich meinerseits möchtenoch hinzufügen, daß, wenn unsere maßgebendenBlätter in dem seit kurzem beliebten Poltertone fort-fahren, alles bisher im Sinne einer Besserung desdeutsch -englischen Verhältnisses Erreichte sehr bald
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