englischen Botschafter in Paris noch ebenso stark istwie früher. Die Unbeliebtheit, deren sich HerrCaillaux in englischen Regierungskreisen und in derenglischen Presse erfreut, beruht nicht so sehr, wie indeutschen Blättern manchmal angenommen wird, aufseinem Versuche, durch das Kongoabkommen mitDeutschland die marokkanische Frage aus der Weltzu schaffen, als auf seinen Zusammenstößen mit SirFrancis Bertie , die ihren Höhepunkt in der ÄußerungCaillaux ' erreichten, er pfeife auf die entente cordiale;eine Äußerung, deretwegen sich der englische Bot-schafter über ihn beim Präsidenten der Republikbeschwerte. Sir Francis Bertie hat seitdem unermüd-lich in seiner Berichterstattung und in seinem Verkehrmit dem Pariser Korrespondenten der großen eng-lischen Blätter Herrn Caillaux so schwarz als möglichgemalt. Offenbar hat der englische Botschafter denWunsch des Herrn Caillaux, Paul Cambon vom Lon-doner Posten zu entfernen, auch zum Gegenstandseiner amtlichen Berichterstattung gemacht. DennMr. Asquith äußerte einem Bekannten gegenüber voreinigen Tagen, es gebe Leute in Paris , die HerrnCambon gern beseitigt sehen möchten. Dieser sei aberein bedeutender Mann, den man nicht ohne weiteresverabschieden könne, und das Ministerium Caillaux werde wohl zu kurzlebig sein, um seine Pläne indieser Hinsicht zur Ausführung zu bringen.
Lichnowsky.
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