Gleichgewicht der Gruppen einigermaßen aufrecht-zuerhalten sei. England würde daher unterkeinen Umständen eine Niederwerfungder Franzosen dulden können, die er, eingroßer Bewunderer unseres Heerwesens und unserermilitärischen Einrichtungen, mit einiger Sicherheitvoraussieht. England könne und wolle sich nicht nach-her einer einheitlichen kontinentalen Gruppe unterFührung einer einzigen Macht gegenübersehen.
Sollte also Deutschland durch Österreich in denZwist hineingezogen werden und dadurch in Kriegmit Frankreich geraten, so würden in England Strö-mungen entstehen, denen keine Regierung wider-stehen könnte und deren Folgen ganz unberechenbarwären. Die Theorie von dem Gleichgewicht derGruppen bilde eben für Englands Außenpolitik einAxiom und habe auch zu der Anlehnung an Frankreich und Rußland geführt. Er könne mir verbürgen, daßman hier das beste Verhältnis mit Deutschland wünsche,und die Aufnahme, die zum Beispiel die AusführungenEuerer Exzellenz und des Herrn von Kiderlen imReichstage sowie meine neuliche Rede beim Festmahlder Royal Society gefunden, müßten mir die Richtig-keit dieser Ansicht beweisen. Auch würde uns nie-mand hier den Krieg machen wollen, solange keineeuropäischen Verwicklungen einträten. Die Fol-gen eines europäischen Krieges aberseien ganz unberechenbar, und könne eralsdann für gar nichts einstehen.
Lord Haldane kam auch auf die Politik Sir E. Greysund seinen Vorschlag zu sprechen. Er ist bekanntlichmit dem Foreign Secretary intim befreundet, unddieser wohnt sogar zeitweise bei ihm. Er bestätigtemir, daß Sir Edward nach Möglichkeit danach trachte,eine vermittelnde Haltung einzunehmen und es ver-
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