Druckschrift 
2 (1927)
Entstehung
Seite
19
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gesetzt wird, sich über den Standpunkt seiner Regie-rung auszusprechen, auch Marquis Imperiali hat nochkeine endgültigen Weisungen erhalten und wagt ohneausdrückliche Anordnung sich nicht an Besprechungzu beteiligen.

Haltung österreichischer Regierung, die immerwieder neue Schwierigkeiten macht und zu keinerleiEntschlüssen gelangen kann, macht peinlichen Ein-druck. Sir E. Grey glaubt, daß infolgebulgarischer Niederlagen und nach St.Petersburg gerichteter Bitte um Über-nahme des S c h i e d s r i c h t e r a m t s in Wien hochgradige Nervosität herrscht.

Sasonow werde Vernichtung Bulgariens nicht zu-lassen, begegne sich aber mit Rumänien und übrigenBalkanstaaten in dem Wunsch, Gleichgewicht mög-lichst herzustellen. Lichnowsky.

AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 15. 7. 1913

B ei der heutigen Sitzung sprach zunächst Sir E.

Grey die Hoffnung aus, daß vor Ende diesesMonats, also vor Schluß der Sitzungen, es möglichsein werde, sowohl über die Organisation von Alba-nien als auch über die Abgrenzung Beschlüsse zufassen, da hierdurch nicht unwesentlich zur Befesti-gung der Zustände auf der Balkanhalbinsel angesichtsneuer Ereignisse beigetragen würde. Es gelangten so-dann die österreichisch-italienischen Vorschläge überalbanische Verfassungsfragen zur Besprechung, dievon meinen beiden Kollegen unter Mitwirkung Sir E.Greys entworfen waren.

Bericht folgt. Nächste Sitzung Montag.

Lichnowsky.