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Die Druckorte des 15. Jahrhunderts nebst Angabe der Erzeugnisse ihrer erstjährigen typographischen Wirksamkeit / Gottfried Reichhart
Entstehung
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Nachstehende Schriften von (EOCOÖOl* ijerOcrflCl*, Archivar der Stadt flligsGui'(],

sind bei mir in Cbminission erschienen:

Conrad PeiiHnger

in seinem Verhältnisse mit Kaiser Maximilian I.

Ein Beitrag zur Geschichte ihrer Zeit, mit besonderer Berücksichtigung der literarisch-artistischenBestrebungen Peutingers und des Kaisers. Nach bisher unbenutzten archivalischen Quellen bearbeitet.Augsburg , 1851. 4°- M. d. Portraite Peutingers nach Amberger, lithogr. von Widenbauer.44 Seiten. Geheftet fl. 1. od. 18Ngr.

Statt einer ausführlichen Inhaltsangabe dieser Schrift möge hier nur Eine Seite derselben hervorgehoben werdennmsomehr als schon der Titel besonders darauf hinweist: die engverbundene gemeinschaftliche Wirksamkeit des Kaisersund Peutingers im Bereiche der bildenden h'ünsle. fllit.t'Ar beginnt die Blülhcnzcit derselben. Schon war vielfachtüchtige vorgearbeitet worden, wir erinnern nur an die niederdeutsche und schwäbische IVlalorschule, an die Werkeder Kupferstecher Meister E S, Bocholt , Marlin Schön, Israel von Meckenem u. a. in. als der Kaiser, angeborenerNeigung folgend, eine in solcher Ausdehnung noch nicht dagewesene künstlerische Thätigkcit hervorrief, der wirunsere Bewunderung nicht versagen können. Betrachten wir aber die noch übrigen Gebilde jener Zeit wie Yieles istzu Grunde gegangen! und fragen nach den Künstlern, ihren Namen, wo und wie sich allmiilig ihre fruchtbareThatigkeit entfaltet und den Höhepunkt erreicht habe etc. etc., so muss es auffallen, dass darüber verhältnissmässig nurdürftige Nachrichten zu uns gekommen sind. Iiier war und ist noch manches Dunkel aufzuhellen, Zweifelhaftes zusichten und festzustellen etc. etc. und jeder Beitrag, der dem Ziele naher führt, muss mit Freude begrüsst werden.Als ein solcher ist nun auch diese Schrift zu betrachten. Wem daran liegt, höchst wichtige, rein aus archivalischenQuellen geschöpfte Aufschlüsse über einen h'ünstlerkreis der gedachten Glanzperiode zu bekommen, dessen Glieder bisherzum grössten Theil nicht einmal dem Namen nach gekannt waren, Der mache sich mit derselben vertraut und Erwird es, wie schon so Manche, deren thutuichliche Anerkennung vorliegt, dein Verfasser Dank wissen, dass er diehöchst mangelhafte Kenntniss erweitert, den Fortschritt auf der von ihm mit Glück betretenen Bahn angeregt undden Weg gezeigt hat, auf welchem vorzugsweise neue Entdeckungen gemacht werden können.

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Daselbst 1852. 72 SS. Gr. 8. Geh. 30kr. od. 9 Ngr.

Die Allgemeine Zeitung vom 18 Sept. 4852 widmet dieser kleinen Schrift einen grüssern, leitenden Artikel inihrem Hauptblatte, was wohl als ein ganz besonderes Zeichen der Anerkennung gelten darf. Sie sagt unter anderem:Der Yerfasser, welcher sich schon durch manche andere Veröffentlichungen um die Aufhellung der SpecialgeschichteAugsburgs verdient gemacht und erst unlängst in seiner Schrift»Conrad Peutingcr in seinem Verhältniss zum KaiserMaximilian I. (Augsburg , F. Butsch)"" vielerlei noch nnbenüt:-te orchiealische Quellen für die Chronik dieser altenReichsstadt aufgeschlossen hat, gibt liier eine äusserst reichhaltige Schilderung ihres gesammten früheren Kunst- undGewerbelebens.""

Es ist diese Schrift eine auf die besten Quellen gestützte Arbeit, die keinen andern Zweck hat als treue Darstellungder Vergangenheit zur Anregung und Belehrung für die Gegenwart. Dass Augsburgs Geschichte vor andern geeignetist, uns einen belehrenden und anregenden Spiegel vor Augen zu halten, ist wohl von je her anerkannt worden, wirdaber auch durch diese Schrift noch reichlicher und aulfallender vor Augen gesteilt. Im Gebiete der Kunst wie im Gebieteder gewerblichen Industrie behauptete Augsburg einen Rang, den ihm keine andere Stadt streitig machen konnte. Inbeiden Richtungen war ihre Thäligkeit so grossarlig und entscheidend, dass ihr Einlluss auf ganze Zeitalter, aufdas ganze Vaterland entscheidend wirkte. Daher ist auch die Geschichte dieser Thatigkeit nicht nur für die Stadt Augsburg von Wichtigkeit, sondern auch für die alfgemeine Geschichte, und der Referent der Allgemeinen Zeitung erkennt dieses inso hohem Grade, dass er sich gedrungen fühlt zu sagen, Augsburgs Geschichte scy für unsere Zeit als ein Spiegel zubetrachten, indem er fortfährt:Diese zwei Hauptgesichtspunkte aber waren es, welche uns aus der reichen, mehrchronikartig angelegten Zusammenstellung Herbergers über Augsburgs frühere Industrie als die leitenden hervorleuch-teten: die Stadt war vor allen ausgezeichnet durch die Universalität ihrer gewerklichen Bestrebungen, dazu aber auchdurch die Entschlossenheit, mit welcher sie sich alsbald jedes bedeutsamen industriellen Fortschritts bemächtigte unddenselben auszubeuten wusste. Beides sind auch heute noch die Grundbedingungen aller industriellen Macht. Mögesich das moderne Deutschland in diesen zwei Stücken ein Exempel an dem alten Augsburg nehmen!"

Das Werkchen enthält die Bildungsgeschichtc aller höhern Gewerbe, die von der Kunst veredelt und gehobenwerden und ebenso die Geschichte der bildenden Künste selbst; Beides nicht sehr ausführlich, aber in hinreichendvollständigen Zügen. In Betreif der Kunstgeschichte werden viele neue Momente enthüllt, deren Quellen bis jetzt ver-borgen lagen. Welch ein Gemälde entrollt sich hier dem Blicke des denkenden Lesers, der das was die Zeit in diesemBereiche, dem Bedürfnisse des alltäglichen Lebens genügend, gcschulfen hat, mit den damit eng verbundenen Verhältnissenin allgemeinen Zusammenhang zu bringen vermag!

Maxfn Jtottnn, free Unner untr iiie treue $taM ^ugöburg.

Mit einer Auswahl der wichtigsten, noch ungedrucklen Urkunde». Augsburg , 1853. 45 SS. gr. 4°-

Preis 30 kr. od. 9 Ngr.

In einer gedrängten Abhandlung liefert der Verfasser eine Geschichte aller Bezüge, in denen die Stadt Augsburg zudem Kaiser Ludwig stand und schildert die unverbrüchliche Treue, mit welcher die Stadl dein grössten Fürsten ausdem Hause Bayern in allen Gefahren hilfreiche Theilnahme bot. Als Belege folgen 43 bisher ungedruckte Urkunden desKaisers, grösstenteils aus den Originalien, in getreuen Abdrücken. Unter den übrigen mitgethciltcn Urkunden hebenwir nur hervor: das FriedensbündniSS zwischen dem Adel und den Städten, welche 'zu Oesterreich hielten, vom 2. Nov.1319; dann das Bündniss der schwäbischen Städte nach Kaiser Ludwigs Tod, vom 22. Okt. 13*7. Unter den Kaiser-Urkunden sind von besonderer, allgemeiner Bedeutung: der Landfrieden vom 4. Okt. 1330; der vom 5. Dez. 1331;und jener vom 10. Juni 1333.