Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
80
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Lieder.

Sackte, Bruder, stolperst du?Was? du fällst mir gar zur Erden?Halt! ich muß dein Netter werden.Nu? ich falle selbst dazu?

Sieh doch Bruder! Siehst du nicht,Wie die lockern Wände schwanken?Sich, wie Tisch und Flasche wanken!Greif doch zu! das Glas zerbricht!

Himmel, bald, bald werden wirNicht mehr trinken, nicht mehr leben!Fühlst du nicht? des Grunds ErbebenDroht es Bruder mir und dir.

Limas Schicksal bricht herein!Bruder, Bruder, wenn wir sterben,Soll der Wein auch mit verderbe»?Der auf heut bestimmte Wein?

Nein, die Sünde wag ich nicht.Bruder, wolltest du sie wagen?Nein, in letzten LcbcnstagcnThnt man gerne seine Pflicht.

Sich, dort sinket schon ein Hans!Und hicr auch! Nun muß man eilen!Laß uns noch die Flasche theile»!Hurtig! Hurtig! triuk doch aus!

Tic Einwohner des Mondes.Die Mägdclmi die in sechzehn JahrenNoch nicht das lockre Glück crfahrcn,Wozu sie ihre Mütter sparen;Das Stutzcrchcn, das was gelernt;Das Weib, das nie sich aus dcu SchrankenDer ehelichen Pflicht entfernt,Und um den Mann die Welt vergißt;Der Bettler, der bch dem BedankenSo höflich wie bevm Bitten ist;Der Dichter, welcher nie gelogen,Dem stets der Reim, und nicmals erDem lieben Reime nachgezogen;