Lieder. 8 t
Der Pfaffe, der stolz auf sein Amt,
Um Kleinigkeiten nicht verdammt,
Und weis durch Thaten zu ermähnen;
Der Edle, der von seinen Ahnen
In unzertrennter Ordnung stammt,
Ohn daß ein wackrer Baucrkncchr
Nicht oft das Hcldcnblut geschwächt;
Ein Arzt, der keinen todt gemacht;
Der Krieger, der mehr kämpft als fluchet;
Der Hagestolz, der in der Nacht,
Was er am Tage flicht, nicht suchct;
Das fromme Weib, das nie gcschmählt;
Der rciche Greis, dem nichts gefehlt;
Und hundert andre schöne Sachen,
Die unsern Zeiten Ehre machen:
Wo trift man die? - - Vielleicht im Mond,
Wo jedes Hirngespinste wohnt.
Der Tausch an Hr. W.Ein Mägdchcn, das Verstand und GeistGemeiner Schonen Zahl entreißt,Ein Mägdchcn, das bey Büchern schwitzet,Wen» Phvllis vor dem Spiegel sitzet,Das ihrer Seelen Schönheit bessert,Wenn die die leibliche vcrgrösscrt,Das gründlich denkt und gründlich scherzt,Platonisch liebt, platonisch herzt:Freund, so ein Mägdchcn ist für dich,Und nicht für mich.
Ein Mägdchen, dessen zärtlich BildMit Zärtlichkeit die Herzen füllt,Ein Mägdchcn mit bcrcdtcit Blicken,Mit Füssen , die versteckt entzücken,Mit Händen, die liebkosend schlagen.Und druckend, dich nur lieb ich, sagen,Mit schwarzem Haar, mit voller Brust,Gemacht zu dauerhafter Lust:Freund, so ein Mägdchcn ist für mich,Und nicht für dich.Äsimgs Werke I.