Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
104
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^ Fabeln

Nun gut! die Sonne ward gefragt: °)

Ob sie es nicht verdrösse.

Daß ihre unermcßne Grösse

Die durch den Schein betrogne Welt

Im Durchschnitt' grösser kaum, als eine Spanne, halt?

Mich, spricht sie, sollte dieses kranken?

Wer ist die Welt? wer sind sie, die so denken?

t5in blind Gewürm! Genug, wenn jene Geister nur,

Die auf der Wahrheit dunkeln Spur,

Das Wesen von dem Scheine trennen,

Wenn diese mich nur besser kennen! °°)

Ihr Dichter, welche Fcur und GeistDes Pöbels blödem Blick entreißt,

Lernt, will euch mißgcschätzt des Lesers Kaltsinn kränken, °°°)Zufrieden mit euchl-) selbst, stolz wie die Sonne denken!

°) Die Ermuntcrungcn fuge» hinzu:

Von wem? das weis ich nicht.

Wie die gemeine Sage spricht,

Und wie wir hin und wieder lesen,

So ists der Engel gar gewesen,

Der ihren schweren Schwung regiert

Und wälzend um die Pole führt;

Wie dieß der göttlich blinde Mann,

Den Gottsched nicht vertragen kann,

Und den die Schweizer , - nein - - die Dichtkunst selber ehret,

Nach Dichtcrcirt, das ist, demonstrativ gelchret.

Es kommt nicht viel auf diesen Umstand an.

Denn kurz, die Frage ward formell an sie gethan:°°) Die Ernnmtcrungen 1747 und die Schriften 1753 füge» hinzu:

So acht ich jener Thorheit nicht,

Die von mir nach den Sinnen spricht.°°) Lernt, will durch Tadel euch der Geister Pöbel kränken, 1753.

Ja, wär ich nur an eurer Statt,

(Wenn dieser Wunsch nichts freches hat)

So würd ich, wollte mich der tolle Tadel kränke», 1747.1-) von mir 1747-