nnd erzahlungen.
Hör auf, lcichtgläubge Schaar, sie forschend zu umschlingt»!
Hör auf, mit Ernst in sie zu dringen!
Wer kein Geheimnis; hat, kann leicht den Mund verschliefst».
Das Gift der Plauderei) ist, nichts zu plaudern wisse».
Und wissen sie auch was, so kann mein Mahrchcn lehren,
Daß oft Geheimnisse uns nichts geheimes lehren,
Und man zuletzt wohl spricht: war das der Mühe werth,
Daß ihr es mir gesagt, und ichs von euch begehrt?
VII.
Faustin. °)Faustiii, der ganze fünfzehn Jahr
Entfernt von Haus nnd Hof und Weib und Kindern war,
Ward, von dem Wucher reich gemacht,
Auf seinem Schiffe heimgebracht.
„Gott , seufzt der redliche Faustin,
Als ihm die Vaterstadt in dunkler Fern erschien,
„Gott , strafe mich nicht meiner Sünden,
„Und gieb mir nicht verdienten Lohn!
„Laß, weil dn gnädig bist, mich Tochter, Weib und Sohn
„Gesund und fröhlich wieder finden."
So seufzt Faustin, und Gott erhört den Sünder.
Er kam, und fand sein HauS in Uebcrsluß und Ruh.
Er fand sein Weib und seine beiden Kinder,
Und — Segen Gottes! — zwey dazu.
VIII.
Die eheliche Liebe. °)
Klorinde starb; sechs Wochen drauf
Gab auch ihr Mann das Leben auf,
Und seine Seele nahm aus diesem Weltgctümmcl
Den pfeilgeraden Weg zum Himmel.
°) Zuerst gedruckt in dem Neuesten aus dem Reiche des Witzes, Sep-tember 1751.
°°) Zuerst in der Bossischcn Zeitung 1751.