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1 (1838)
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Fabel»

Sonst weißt du nichts? Das wäre schlecht!So wenig Sünden? Hans besinn dich recht."Ach Herr'/ mir seinem scharfen Fragen - -Ich wußte wohl noch was."Nu? Nur heraus!" - -Ja das,

Herr parer, kann ich ihm bey meiner Treu nicht sagen."

So? weißt du etwa schon, worüber junge Dirnen,

Wenn ma» es ihnen thut, und ihnen nicht thut, zürnen?"

Herr, ich versteh euch nicht" - -Und desto besser; gut.

Du weißt doch nichts von Dicberev, von Blut?

Dein Vater hnrt doch nicht?" - -O meine Mutter spricht«;

Doch das ist alles nichts."

Nichts? Nu, was weißt du denn? Gesteh! du mußt es sagen!

Und ich vcrsprcch es dir,

Was du gestehest bleibt bey mir."

Auf sein Versprechen, Herr, mag es ein andrer wagen;Daß ich kein Narre bin!

Er darfs, Ehrwürdger Herr, nur einem Jungen sagen,

So ist mein Glücke hin."

Verstockter Boscwicht, fuhr ihn der Pater an,

Weißt du, vor wem du stehst? - - daß ich dich zwingen kann?

Geh! dein Gewissen soll dich brennen!

Kein Heiliger dich kennen!

Dich kenn Maria nicht, auch nicht Mariens Sohn!"

Hier wär dem arme» Baucrjungen

Bor Angst bch nah das Herz zersprungen.

Er weint und sprach voll Reu:Ich weis" - -Das weis ich schon,Daß du was weißt; doch was?" --was sich nicht sagen läßt" - -Noch zauderst du?"- -Ich weis"- -Was denn?"Ein Vogelnest.Doch wo es ist, fragt nicht; ich fürchte drum zu kommen.Vorm Jahre hat mir May wohl zehne weggenommen."Geh Narr, ein Vogelnest war nicht der Mühe werth,Daß du es mir gesagt, und ichs von dir begehrt.?'

Ich kenn ein drolligt Volk,") mit mir kennt es die Welt,Das schon seit manchen JahrenDie Neugier auf der Folter hält,Und dennoch kann sie nichts erfahren.

Die ZreiMliurcr. Anmerkung,