1t L Fabeln
Zum Schluß bricht sie von sciner Hütte,
Wozu der saure Ercmite
Mit Roth ihr die Erlaubniß gab,
Sich cincn hcil'gcn Splitter ab,
Den sie bcküsset und belecket,
Und in den welken Busen stecket.
Mit diesem Schatz von Heiligkeit
Kehrt sie zurück begnadigt und erfreut,
lind laßt daheim die frömmsten Frauen ,
Ihn küssen, andre nur beschauen.
Sie gicng zugleich von Haus zu Haus,
Und rief auf allen Gassen aus:
„Der ist verloren und verflucht,
„Der unsern Eremiten nicht besucht!"
Und brachte hundert Gründe bey,
Warum es sonderlich den Weibern nützlich sey.
Ein altes Weib kann Eindruck machen;
Zum Weinen bey der Frau, und bey dem Mann zum Lachen.
Zwar ist der Satz nicht allgemein;
Slnch Männer können Weiber seyn.
Doch dießmal waren sie cS nicht.
Die Weiber schienen nur erpicht,
Den theuern Waldscraph zu sehen.
Die Männer aber? — wchrtcns nicht.
Und ließen ihre Weiber gehen.
Die Häßlichen und Schönen,
Die ältesten und jüngsten Frauen,
Das arme wie das reiche Weib, —
Kurz jede gicug, sich zu erbauen.
Und jede fand erwünschten Zeitvertreib.
„Was? Zeitvertreib, wo man erbauen will?
„Was soll der Widerspruch bedeuten?"
Ein Widerspruch? Das wäre viel!
„Er sprach ja sonst von lauter Seligkeiten!" —
O! davon sprach er noch, nur mit dem Unterscheide: