und Erzählungen.
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Ich zweifle nicht, daß die verletzte Scham
Den Zorn nicht ins Gesicht getrieben,
Daß Mund und Hand nicht in Bewegung kam.
Weil beide die Bewegung lieben;
Allein, daß die Versöhnung ausgeblieben,
Glaub' ich, und wer die Weiber kennt,
Nicht eher, als kein Stroh mehr brennt.
Denn wird doch wohl ein Löwe zahm;
Und eine Frau ist ohnedem ein Lamm.
„Ein Lamm? du magst die Weiber kennen."
Je nun, man kann sie doch in so weit Lämmer nennen,
Als sie von selbst ins Feuer rennen.
„Fährst du in der Erzählung fort?
„Und bleibst mit deinem kritisiren
„Doch ewig an demselben Ort?"
So kann das Nützliche den Dichter auch verführen.
Nun gut, ich fahre fort,
Und sag', um wirklich fort zu fahren,
Daß nach fünf Vierteljahren
Die Schelmercycn ruchbar waren.
„Erst nach fünf Vierteljahren? Nu;
„Der Eremit hat wacker ausgehalten.
„So viel trau ich mir doch nicht zu;
„Ich möchte nicht sein Amt ein Vierteljahr verwalten.
„Allein, wie ward es ewig kund?
„Hat es ein schlauer Mann erfahren?
„Verrieth es einer Frau waschhaftcr Mund?
„Wie? oder daß den Hochvcrrath
„Ein alt neugierig Weib, aus Neid, begangen hat?"
O nein; hier muß man besser rathen,
Zwey muntre Mädchen hatten Schuld,
Die voller frommen Ungeduld
Das thaten, was die Mütter thaten;
Und dennoch wollten sich die Mütter nicht bequemen,
Die guten Kinder mit zu nehmen.
„Sie merkten also wohl den Braten?" —