Zabeln
Und haben ihn gar dem Papa verrathen.
„Die Töchter sagtens dem Papa?
„Wo blieb die Liebe zur Mama?"
O! die kann nichts darunter leiden;
Denn wenn ein Mädchen auch die Mutter liebt,
Daß es der Mutter in der Noth
Den letzten Bissen Brodt
Aus seinem Munde giebt;
So kann das Mädchen doch die Mutter hier beneiden,
Hier, wo so Lieb' als Klugheit spricht-
Ihr Schönen, trotz der Kinderpflicht,
Vcrgeßt euch selber nicht!
Kurz, durch die Mädchen kams ans Licht,
Daß er, der Eremit, bcynah die ganze Stadt
Zu Schwägern oder Kindern hat.
O! der verfluchte Schelm! Wer hätte das gedacht!
Die ganze Stadt ward aufgebracht,
Und jeder Ehmann schwur, daß in der ersten Nacht
Er und sein Mitgcnoß, der Hain,
Des Feuers Beute müsse seyn.
Schon rotteten sich ganze Schaaren,
Die zu der Rache fertig waren.
Doch ein Hochweiser Magistrat
Besetzt das Thor, und sperrt die Stadt,
Der vigcnrache vorzukommen,
Und schicket alsobald
Die Schergen in den Wald,
Die ihn vom Kreuze weg, und in Verhaft genommen.
Man redte schon von Galgen und von Rad,
So sehr schien sein Verbrechen häßlich;
Und keine Straft war so gräßlich,
Die, wie man sagt, er nicht verdienet hat.
Und nur ein Hagestolz, ein schlauer Advokat,
Sprach: „o! dem kömmt man nicht aus Leben,
„Der es unzählichcn zu geben,
„So ruhmlich sich beflissen hat."