und Erzählungen.
Tcr Ercmite, der die Nacht
Im Kerker ungewiß und sorgend durchgcwacht,
Ward morgen ins Verhör gebracht.
Der Richter war ein schalkschcr Mann,
Der jeden mit Vergnügen schraubte,
Und doch — (wie man sich irren kann!)
Von seiner Frau das beste glaubte.
„Sie ist ein Ausbund aller Frommen,
„Und nur einmal in Wald gekommen,
„Den Pater Eremit zu sehn.
„Einmal! Was kann da viel geschehn?"
So denkt der gütige Herr Richter.
Denk' immer so, zu deiner Ruh,
Lacht gleich die Wahrheit und der Dichter,
Und deine fromme Frau dazu.
Nun tritt der Eremit vor ihn.
„Mein Freund, wollt ihr von selbst die nennen,
„Die — die ihr kennt, und die euch kennen:
„So könnt ihr der Tortur cntflichn.
„Doch" — „Darum laß ich mich nicht plagen.
„Ich will sie alle sagen.
„-Herr Richter, schreib' Er nur!" Und wie?
Der Eremit entdecket sie?
Ein Eremite kann nicht schweigen?
Sonst ist das Plaudern nur den Stutzern eigen.
Der Richter schrieb. „Die erste roar
„Ramilla" — „Wer? Kamilla?" furrvahr!
„Die andern sind: Sophia, K.aura, Doris,
„Angelika, Rorinna, Lhloris" —
„Tcr Henker mag sie alle fassen,
„Gemach! und eine nach der andern fein!
„Denn eine nur vorbey zn lassen" —
Wird wohl kein großer Schade seyn.
Fiel jeder RathShcrr ihm ins Wort.
„Hört, schrieen sie, erzählt nur fort!"
Weil jeder Rathsherr in Gefahr