Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
120
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Fabeln

Sein eigen Weib zu hören war.

Ihr Herren, schrie der Richter, nein!

Die Wahrheit muß am Tage seyn;

Was können wir sonst für ein Urtheil fassen?"

Ihn, schrieen alle, gehn zu lassen.

Nein, die Gerechtigkeit" und kurz der Delinquent

Hat jede noch einmal gcncunt,

Und jeder hicng der Richter dann

Ein loses Wort für ihren Hahurcy an.

Das Hundert war schon mehr als voll;

Der Eremit, der mehr gestehen soll,

Stockt, weigert sich, scheut sich zu sprechen

Nu, nu, mir fort! was zwingt euch wohl,

So unvermuthet abzubrechen?

Das sind sie alle!"Seyd ihr toll?

Ein Held wie ihr! Gestehet nur, gesteht!

Die letzten waren, wie ihr seht,

Klara, Pnlcheria, Susanne,

Charlotte, Mariane, Hanne.

Denkt nach! ich laß euch Zeit dazu!"

Das sind sie wirklich alle!"Nu

Macht, eh wir schärfer in euch dringen!"

Nein keine mehr; ich weiß genau"

Ha! ha! ich seh, man soll euch zwingen"--

Nun gut, Herr Richter, Seine Frau "

Daß man von der Erzählung nichtAls einem Wcibcrmährchcn spricht,So mach' ich sie zum LehrgedichtDurch beygefügten Unterricht:Wer seines Nächsten Schande sucht,Wird selber seine Schande finden!Nicht wahr, so liest mau mich mit Frucht?Und ich erzähle sonder Sünden?