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1 (1838)
Entstehung
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135
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Erstes Buch.

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mehr als zwcyhundcrt Fcindc, nach und nach, triumphirt, undihrc schwarze Scclc» in das Rcich dcS Verderbens gesandt. WasWunder also, daß er endlich doch einem unterliegen mußte!

So würde sich ein Lcichcnrcdncr ausdrücken, sagte der Fuchs;der trockene Geschichtschreiber aber würde hinzusetzen: die zwcy-hundcrt Fcindc übcr die er, nach und nach, triumphirct, warenSchafe und Esel; und der eine Feind, dem er unterlag, warder erste Stier, den er sich anzufallen erkühnte.

13. Der Phönix.

Nach vielen Jahrhunderten gefiel es dem Phönix, sich wiedereinmal sehen zu lassen. Er erschien, und alle Thiere und Vögelversammelten sich um ihn. Sie gasten, sie staunten, sie bewun-derten nnd brachen in entzückendes Lob aus.

Bald aber verwandten die besten und geselligsten mitleidsvollihrc Blicke, und seufzten: Der unglückliche Phönix! Ihm warddas harte Loos, weder Gclicbtc noch Frcund zu haben; dcmier ist der einzige seiner Art!

16. Die Gans.

Die Federn einer Gans beschämten den ncugcbohrncn Schnee").Stolz auf dicscs blcndcndc Gcschcnk dcr Natur, glaubte sie eherzu einem Schwanc, als zu dcni was sie war, gcbohrcn zuseyn. Sie sonderte sich von ihres gleichen ab, und schwammeinsam und majestätisch auf dem Teiche herum. Bald dehntesie ihren Hals, dessen vcrräthcrischcr Kürze sie mit aller Machtabhelfen wollte. Bald suchte sie ihm die prächtige Bügung zugeben, in welcher dcr Schwan das würdigste Ansehen eines Vo-gels des Apollo hat. Doch vergebens; cr war zu stcif, undmit allcr ihrcr Bcmühung brachte sie es nicht weiter, als daßsie eine lächcrlichc Gans ward, ohne ein Schwan zu werden.

°) in welchem noch kein schmutziger Wanderer den Abdruck seines Fussesgelassen hat. 1753>