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Fabeln.
Aber, fragte dc» Budcl ein gesetzter Jagdhund, überwindensie ihn denn auch, den Löwen?
Ucbcrwindcn? war die Zlntwort. Das kann ich nun ebennicht sagcn. Gleichwohl, bedenke nur, cincn Löwcn anzufallen! —
O, fuhr der Jagdhund fort, wenn sie ihn nicht überwinden,so sind deine gepriesene Hunde in Indien — besser als wirso viel wie nichts — aber ein gut Theil dümmer.
21. Der Fuchs und der Storch.
Erzchlc mir doch etwas von den fremden Ländern, die dualle gesehen hast, sagte der Fuchs zu dem weitgereisten Storcbe.
Hierauf fing der Storch an, ihm jede Lache und jede feuchteWiese zu nennen, wo er die schmackhaftesten Würmer und diefettesten Frösche gcschmauset.
Sic sind lange in Paris gewesen, mein Herr. Wo speisetman da am bcstcn? Was für Weine haben Sic da am meistennach ihrcm Geschmacke gefunden?
22. Die Eule und der Schatzgräber.
Zcncr Schatzgräber war ein sehr unbilliger Mann. Er wagtesich in die Ruinen eines alten Naubschlosscs, und ward da ge-währ, daß die Eule eine magere Maus crgrif und verzehrte.Schickt sich das, sprach er, für den philosophischen Liebling Mi-ncrvcns?
Warum nicht? versetzte die Eule. Weil ich stille Betrach-tungen liebe, kann ich deswegen von der Luft leben ? Ich weiszwar wohl, daß ihr Menschen es von euren Gclchrtcn vcrlangct. —
23. Die junge Schwalbc.
Was macht ihr da? fragte eine Schwalbc die geschäftigenAmeisen. Wir sammeln Vorrath auf den Winter; war diegeschwinde Antwort.
Das ist klug, sagte die Schwalbc; das will ich auch thu».Und sogleich fing sie an, eine Menge todter Spinnen und Flie-gen in ihr Nest zu tragen.