Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
143
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Zwcvtcs Buch.

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Recht, mein Sohn; sicl dcr Vatcr, der dieser Untcrrcdungzilgchört hatte, dem Knaben ins Wort. Aber gleichwohl, wenndu einmal von einem außerordentlichen Uudankc hören solltest,so untersuche ja alle Umstände genau, bevor du einen Men-schen mit so einem abscheulichen Schandflecke brandmarken lassest.IVahre Wohlthäter haben selten Undankbare verpflichtet; ja,ich will zur Ehre dcr Menschheit hoffen, niemals. Aberdie Wohlthäter mit kleinen eigennützigen Absichten, die sindes werth, mein Sohn, daß sie Undank anstatt Erkenntlichkeitcinwuchcrn.

4. Dcr Wolf auf dem Todtbcttc.?sb. äv8l>ii. 144. pli-oilrus I!b. I. /-.!>. 8.

Dcr Wolf lag in dcn lctztcn Zügen und schickte einen prü-fenden Blick auf sein vergangenes Leben zurück. Ick bin frer-lich cin Sündcr, sagtc cr; abcr doch, hoffc ick, kcincr von dcngrößten. Ich habe Böses gethan; abcr auch vicl Gutes. Eins-mals, crinncrc ich mich, kam mir cm blöckcndcs Lamm, wclchcssich von dcr Hccrdc vcrirrct hatte, so nahe, daß ich es garleicht hätte würgen können; und ich that ihm nichts. Zu ebendieser Zeit hörte ich die Spöttcrcycn und Schmähungen einesSchafes mit dcr bewundernswürdigsten Gleichgültigkeit an, obich schon kcinc schützcndc Hundc zu fürchten hatte.

Und das alles kann ich dir bezeugen; siel ihm Freund Fuchs,der ihn zum Tode bereiten half, ins Wort. Denn ich erinneremich noch gar wohl aller Umstände dabey. Es war zu ebendcr Zcit, als du dich an dcm Bcinc so jämmcrlich würgtest,das dir dcr gnthcrzigc Kranich hcrnach aus dcm Schlundc zog.

S. Dcr Sticr und das Kalb.

?I,!«6ru8 lib. V. ?i>b. 9.

Ein starker Sticr zcrsplittcrtc mit scincn Hörncrn, indemcr sich durch dic nicdrigc Stallthürc drcngtc, die obcrc Pfoste.Sich einmal, Hirte! schrie cin junges Kalb ; solchen Schadenthu ich dir nicht. Wie lieb wäre mir es, versetzte dieser, wenndu ihn thun könntest!