294 Gedichte.
Dich lobet der Philosophus,Wenn er scharf mcditircn muß,Weil er, so lang cr dich genießet,Des Geistes Flattcrkcit vermisset.
Dich lobet der TheolognsDurch einen homiletschc» Schluß,Wen» cr in deinem Rauch entzücketEin Bild der Eitelkeit erblicket.
Ich lob an dir als ein Jurist,Was rechtens an dir löblich ist,Daß, wenigstens wie mir es dünket,Man mehr und öftrer bey dir trinket.
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Bcv meiner Treu! ich glaub' es nicht,Was Pctri Neichsvcrwescr spricht,Und halte mich an Luthers Lehren,Die wir von unsern Priestern hören,Das nicht von Gott es selber ist.Was man von Maccabäcrn ließt.
Der Schluß von diesen Büchern sagt,
Was weisen Trinkern nie behagt:
„Den Durst sich stets mit Wein zu stillen,
„Erreger cckeln Widerwillen.
„Bald Wasser aber, und bald Wein,
„Müst' eine wahre Wollust seyn."
Ist das nicht grader Widerspruch,Den ein von Gott gegebnes BuchNicht haben darf? Denn unser LebenMuß stets zum Bessern sich erheben,Und nie des Bessern untreu seyn.Ist Wasser besser wohl als Wein?
») Auch dieses Gedicht steht in den Ermunterungen, aber in ganz andrer Fassung,