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1 (1838)
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Der junge Gelehrte.

Angcn müßig an dem Fenster liegen; unsinnige Romane lesen,mid aufs höchste zum Zeitvertreibe die Nadel zur Hand ncbmcn:das sind seine Beschäftigungen; das ist sein Leben. Und Sieglauben, daß ein Gelehrter, ohne Nachtheil seines guten Na-mens, solche närrische Geschöpfe weiter, als ihrer äusscrlichcnGestalt nach, kennen dürfe?

Lhrys. Mensch, Mensch! deine Mutter kehret sich im Grabeum. Bedenke doch, daß sie auch ein Frauenzimmer war! Be-denke doch, daß die Dinger von Natur nun einmal nicht an-ders sind! Ob schon, wie wir Lateiner zu reden Pflegen,null.-, i-c-ZuIs lme exceptinno. Und so eine Erccption ist sicherlichdas Mädchen, das ich jetzt im Kopfe habe, und das du kennst.--

T>«mis. Nein, nein! ich schwöre es Ihnen zu: unsere Muh-men ausgenommen, und Julianen

Lhr>-s. Und Julianen? dene!

Danus. Und ihr Mädchen ausgenommen, kenne ich keineinziges Weibsbild. Ja, der Himmel soll mich strafen, wennich mir jemals in den Sinn kommen lasse, mehrere kennenzu lernen!

Lhrys. Zc nun, auch das! wie du willst! Genug, Julia-nen die kennst du.Zvamis. Leider!

Lhrys. Und eben Juliane ist es, über die ich deine Ge-danken vernehmen möchte.

Damis. Ueber Julianen ? meine Gedanken über Julianen?O Herr Vater, wenn Sie noch meine Gedanken über Erinncn,oder Corinncn, über Tclcsillcn oder Praxillcn verlangten---

Chrys. Schock tausend! was sind das für Zllcn? Den Au-genblick schwur er, er kenne kein Frauenzimmer, und nun nennter ein halb Dutzend Menscher.

Damis. Menscher? Herr Vater!

Lhrys. Ja, Herr Sohn, Menscher! Die Endung gicbtsgewiß nicht? I>ielrix, l^otnx, Neretrix.

Damis. Himmel, Menscher! griechische berühmte Dichterin-nen Menscher zu nennen!

Cbrys. Ja, ja, Dichterinnen! das sind mir eben die rech-ten. I^otrix, Neretrix, poetrix