Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
230
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S30

Der junge Gelehrte.

Anton- O da sieht es windig ans! Wann cr es so macht,will cr haben, daß man ihn für zerstreut halten soll. Ich kenneseine Mnckcn. Er hört alsdcnn alles, was man ihm sagt;allein die Leute sollen glauben, cr habe cs vor viclem Nach-sinncn nicht gehört. Er antwortet znwcilcn auch; wenn manihm aber scinc Antwort wieder vorlegt, so wird er nimmcrmchrzugcstchcn, daß sie auf das gegangen sey, was man von ihmhat wissen wollen.

5hr>-s. Nun, wer noch nicht gestehen will, daß zu vielGelehrsamkeit den Kopf vcrwirrc, dcr vcrdicnt cs selber zu er-fahren. Gott sey Dank, daß ich in meiner Jugend gleich dasrechte Maaß zu treffen wußte! Omne nimium veriitur in vitu-

lum: sagen wir Lateiner sehr spaßhaft.--Aber Gott sey dem

Böscwichtc gnadig, wann cr auf dem Vorsatze verharret! Wanncr behauptet, cs scy nicht nöthig zu hcorathcn und Kinder zuzeugen, will cr mir damit nicht zu vcrstchn geben, cs scyauch nicht nöthig gcwcscn, daß ich ihn gczcugt habe? Dcr un-dankbare Sohn!

Anton. Es ist wahr, kein größter Undank kann unter derSonnc scvn, als wcnn cin Sohn die viclc Mühc nicht erkennenwill, die sein Vater hat über sich nehmen müssen, um ihn indie Wclt zu sctzcn.

Chrys. Nein; gewiß, an mir soll dcr heilige Ehestand sei-nen Vertheidiger finden!

Anton. Dcr Wille ist gut; aber lauter solche Vertheidigerwürden die Konsumtionsaccisc ziemlich geringe machen.

Lhrys. Wie so?

Anton. Bedenken Sie es selbst! drcy Wcibcr, und von

dcr dritten kaum einen Sohn.

Lhrys. Kaum? was willst du mit dem kaum sagen, Schlingel ^Anton. Huv, daß Sie etwas schlimmcrs darunter vcrstchn,

als ich.

Chrys, Zwar im Verträum, Anton; wenn dic Wcibcr vorzwanzig Jahren so gewesen wären, wie dic Wcibcr jctzo sind,ich würde auf wunderbare Gedanken gerathen. Er hat gar zuwenig von mir! Doch dic Wcibcr vor zwanzig Zahrcn warcn