Ver junge Gelchrtc.
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so frech noch nicht, wie die jetzigen; so treulos noch nicht, wiesie heut zu Tage sind; so lüstern noch nicht — —
Anton. Ist das gewiß? Nun wahrhastig, so hat manmeiner Mutter Unrecht gethan, die vor 33 Jahren von ihremManne, der mein Vater nicht seyn wollte, geschieden wurde!Doch das ist ein Punkt, woran ich nicht gern denke. Die Gril-len Zhrcs Herrn Sohns sind lustiger.
Lhrys. Acrgcrlichcr, sprich! Aber sage mir, was warendenn seine Entschuldigungen?
Anron. Seine Entschuldigungen waren Einfalle, die aufseinem Miste nicht gewachsen waren. Er sagte zum Exenipcl,so lange er unter 40 Jahren sey, und ihn jemand lim die Ur-sache fragen würde, warum er nicht hcyrathc, wolle er ant-worten: er sey zum Hcyrathcn noch zu jung; wäre er aber über4l) Jahr, so wolle er sprechen: nunmehr sey er zum Hcyrathcnzn alt. Ich weiß nicht, wie der Gelehrte hieß, der auch sosoll gesagt haben. — — Ein anderer Vorwand war der: erhcyrathctc deswegen nicht, weil er alle Tage Willens wäre, einMönch zu werden; und würde deswegen kein Mönch, weil eralle Tage gedächte zu hcyrathcn.
Chr/s. Was? nun will er auch gar ein Mönch werden?Da sieht man, wohin so ein böses Gemüth, das keine Ehrfurchtfür den heiligen Ehestand hat, verfallen kann! Das hätte ichnimmermehr in meinem Sohne gesucht!
Anron. Sorgen Sie nicht! bey Ihrem Sohne ist alles nurein Ucbcrgang. Er hatte den Einfall in der Lebensbeschreibungeines Gelehrten gelesen; er hatte Geschmack daran gefunden,und sogleich beschlossen, ihn bey Gelegenheit als den seinen an-zubringen. Vald aber ward die Grille von einer andern ver-jagt, so wie etwann, so wie ctwann — — Schade, daß ichkein Gleichnis; dazu finden kann! Kurz, sie ward verjagt. Erwollte nunmehr hcyrathcn, und zwar einen rechten Teufel voneiner Frau.
Lhr^s Wenn doch dcn Einfall mchr Narrcn habcn woll-ten, damit andre ehrliche Männer mit bösen Weibern verschontblieben.
Anton, Ja, mcyntc er; es würde doch bübscb klingen,