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1 (1838)
Entstehung
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Der junge Gelehrte.

wenn cS einmal von ihm hcisscn könnte: unter die Zahl derGelehrten, welche der Himmel mit bösen Weibern gestraft hat,gehöret auch der berühmte Damis; gleichwohl kann sich die ge-lehrte Welt nicht über ihn beklagen, daß ihn dieses Hauskrcutznur im geringsten abgehalten hätte, ihr mit unzählbaren gelehr-ten Schriften zu dienen.

Lhrys. Mit Schriften! ja, die nur am theuersten zu ste-hen kommen. Was für Rechnungen habe ich nicht schon an dieBuchdrucker bezahlen müssen! Der Böscwicht!

Anton. Geduld! er hat auch erst angefangen zu schreiben!Es wird schon besser kommen.

Lhrz?s. Besser? vielleicht damit man ihn endlich einmal auchunter die zchlcn kann, die ihren Vater arm geschrieben haben!

Anton. Warum nicht? wenn es ihm Ehre brächte

Thrys. Die verdammte Ehre!

Anton. Um die thut ein junger Gelehrter alles! Wann esauch nach seinem Tode heisscn sollte: unter diejenigen Gelehrtendie zum Teufel gefahren sind, gehört auch der berühmte Damis!was schadet das? Genug, er heißt gelehrt; er heißt berühmt--

Lhrys. Kerl, du erschreckst mich! Aber du, der du weitälter bist als er, kannst du ihn nicht dann und wann zurcchtcweisen?

Anton. O, Herr Chrysander! Sie wissen wohl, daß ich kei-nen Gehalt als Hofmeister bekomme. Und dazu meine Dumm-heit --

Chr^s. Ja, die du annimmst,' um ihn desto dümmer zumachen.

Anton, (bcp Seite) St! der kennt mich. Aber glaubenSie, daß es ihm mit der bösen Frau ein Ernst war? nichtsweniger! Eine Stunde darauf wollte er sich eine gelehrte Frauaussuchen.

6hr>-s- Nun, das wäre doch noch etwas kluges!

Anton. Etwas kluges? Nach meiner unvorgrcifflichcn Mey-nung ist es gleich der dümmste Einfall, den er hat haben kön-nen. Eine gelehrte Frau! bedenken Sie doch! eine gelehrteFrau; eine Frau wie ihr Herr Sohn! Zittern und Entsetzen