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1 (1838)
Entstehung
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235
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Der junge Gelehrte.

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gehalten. Sie wird doch nicht etwa mit einem jungen Kerl

--he?

Anton. Wann es nichts mehr wäre! so ein klein Fchler-chcn cnschuldigt die Mode. Aber, es ist noch etwas weit är-gers für eine gute Jungfer, die gerne nicht länger Jungferseyn möchte.

Lhrys. Noch etwas weit ärgers? ich versteh dich nicht.

Anton. Und Sie sind gleichwohl ein Kaufmann?

Lhrys. Noch etwas weit ärgcrs? Ich habe immer geglaubt,Eingczogcnhcit und gute Sitten wären das Vornehmste---

Ancon. Nicht mehr! nicht mehr! vor zwanzig Jahren wohl,wie Sie vorher selbst weislich erinnerten.

Chrys. Nun so erkläre dich deutlicher. Ich habe nicht Lustdeine närrischen Gedanken zu errathen.

Ancon. Und nichts ist doch leichter. Mit einem Worte:sie soll kein Geld haben. Man hat mir gesagt, in Ansehungihres Vaters, der Ihr guter Freund gewesen wäre, hätten SieJulianen, von ihrem neunten Jahre an, zu Sich genommen,und aus Barmherzigkeit erzogen.

Chr^'s. Da hat man dir nun wohl keine Lügen gesagt;gleichwohl aber soll sie doch kein andrer haben, als mein Sohn,

wann nur er--Denn sich, Anton, ich muß dir das ganze

Räthsel erklären. Es liegt nur an mir, Julianen in kurzerZeit reich zu machen.

Anton. Ja, durch Ihr eigen Geld; und auf diese Art könn-ten Sie auch mich wohl reich machen. Wollen Sie so gut seyn?

Lhr^s. Nein, nicht durch mein eigen Geld. Kannstdu schweigen?

Amon. Versuchen Sie es.

Chrys. Höre also; mit Zuliancns Vermögen steht es so:ihr Vater kam durch einen Proceß, den er endlich doch mußteliegen lassen, kurz vor scincm Tode, um alle das Seine. Jetztnun ist mir ein gewisses Dokument in die Hände gefallen, daser lange vergebens suchte, und das dem ganzen Handel ein an-der Ansehen giebt. Es kömmt nur darauf an, daß ich so vielGeld hergebe, dcn Proceß wicdcr anzufangen. Das Dokument