Tcr jlingc Gelehrte 24-1
Anton. Was sie machen? sie zankcn sich.
Liscttc, Der Sohn will gewiß den Vater von seiner Gc-schicklichkcit überführen?
Anton. Ohne Zweifel muß es so etwas seyn. Damis istganz ausser sich: er läßt den Alten kein Wort aufbringen; errechnet ihm tausend Bücher her, die er gesehen; tausend, dieer gelesen hat; andere tausend, die er schreiben will, und hun-dert kleine Büchcrchcn, die er schon geschrieben hat. Bald nennter ein Dutzend Profcssorcs, die ihm sein Lob schriftlich, mituntcrgcdrucktcm Siegel, nicht umsonst, gegeben hätten; bald einDutzend Zeitungsschreiber, die eine vortrcflichc Posaune sür ei-nen jungen Gelehrten sind, wenn man ein silbernes Mundstückdaraus steckt; bald ein Dutzend Znrnalistcn, die ihn alle zu ih-rem Mitarbeiter flehentlich erbeten haben. Der Vater sieht ganzerstaunt; er ist um die Gesundheit seines Sohnes besorgt; erruft einmal über das andre: Sohn, erhitze dich doch nicht so!schone deine Lunge! ja doch, ich glaub es! gib dich zufrieden!es war so nicht gcmcynt!
Liserle. Und Damis?---
Amon. Und Damis läßt nicht nach. Endlich greift sichder Vater an; er überschreit ihn mit Gewalt, und besänftigetihn mit einer Menge solcher Lobsprüchc, die in der Welt nie-mand verdient hat, verdient, noch verdienen wird. Nun wird derSohn wieder vernünftig, und nun — — ja nun schreiten sic zueinem andern Punkte, zu einer andern Sache,--zu--
Liscttc. Wozu denn?
Amon. Gott sey Dank, mein Maul kann schweigen!
Lisecre. Du willst mir es nicht sagen?
Anron. Nimmermehr! ich bin zwar sonst ein schlechter Kerl;
aber wenn es auf die Verschwiegenheit ankömmt--
Lisette. Lerne ich dich so kennen?
Anron. Zch dächte, das sollte dir lieb seyn, daß ich schwei-gen kann; und besonders von Hcyrathssachcn, oder was demanhängig ist — —
Äsette. Weißt du nichts mehr? O das habe ich längstgewußt.