Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
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246
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Der junge Gelehrte,

Anton. Wie schön sie mich über den Tölpel stoßen will.Also wäre es ja nicht nöthig, daß ich dir es sagte?

Lisettc. Freylich nicht! aber mich für dein schelmisches Miß-tranen zu rächen, weiß ich schon, was ich thnn will. Du sollstes gewiß nicht mehr wagen, gegen ein Mädchen von meinerProfession verschwiegen zu seyn! Besinnst du dich, wie du vondeinem Herrn vor kurzen gesprochen hast?

Anton. Besinnen? ein Mann, der in Geschäften sitzt, dereinen Tag lang so viel zu reden hat, wie ich, soll sich der aufallen Vettel besinnen?

L.isette. Seinen Herrn verleumden ist etwas mehr, sollteich meynen.

Ancon. Was? verleumden?

Kusetre. Ha, ha! Herr Mann, der in Geschäften sitzt, be-sinnen Sie Sich nun? Was haben Sie vorhin gegen seinenVater von ihm gcrcdt?

Anlon. Das Mädel muß den Teufel haben, oder der ver-zweifelte Alte hat geplaudert. Aber höre, Liscttc, weißt du esgewiß, was ich gesagt habe? Was war es denn? Laß ein-mal hören.

F.isette. Du sollst alles hören, wenn ich es deinem Herrncrzehlen werde.

Anton. O wahrhaftig, ich glaube du machst Ernst daraus.Du wirst mir doch meinen Kredit bey meinem Herrn nicht ver-derben wollen? Wenn du wirklich etwas weißt, so sey keineNärrinn! Daß ihr Wcibsvolk doch niemals Spaß versteht!Ich habe dir eine Ohrfeige vergeben, und du willst dich, einerkleinen Neckcrey wegen, rächen? Ich will dir ja alles sagen.

Ä.isette. Nun so sage--

Anton. Aber du sagst doch nichts?--

Ä.iscrle. Ze mehr du sagen wirst; jeweiliger werde ich sagen.

Amon. Was wird es sonst viel seyn, als daß der Vaterdem Sohne nochmals die Heyrath mit Julianen vorschlug?Damis schien ganz aufmerksam zu seyn, und und wei-ter kann ich dir nichts sagen.

Lisettc, Weiter nichts? Gut, gut, dein Herr soll alleserfahren.