Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
268
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Tcr junge Gelehrte.

^isette. Deinem Herrn cin Buch? Was will er den» mitdem Buche bey Tische?

Anron. Die Zeit wird ihm lang; und will cr nicht mü-ßige Weile haben, so muß cr sich doch wohl etwas zu thunmachen.

Susette, Die Zeit wird ihm lang? bey Tische? Wenn csnoch in der Kirche wäre. Rcdcn sie denn nichts?

Anron. Nicht cin Wort. Ich bin ein Schelm, wenn esauf einem Todenmahle so stille zugehen kann.K.isette. Wenigstens wird der Alte rcden.Anron. Der redt, ohne zu rcden. Er ißt, und rcdt zu-gleich; und ich glaube, cr gäbe wer wciß was darum, wenncr noch dazu trinken könnte, und das alles drcycs auf cinmal. DasZcitu»gsblatt liegt neben dem Tcllcr; das cinc Auge sieht aufdcn, und das andre auf jenes. Mit dem cincn Backcn kautcr, und mit dem andern rcdt cr. Da kann cs freylich nunnicht anders seyn, dic Worte müsscn auf dcm Gckautcn sitzenbleiben, so daß man ihn mit gcnaucr Noth noch nmrmcln hört.L.isctte. Was machen aber dic Ucbrigcn?Amon. Dic Ucbrigcn? Valcr und Juliane sind wic halbtod. Sic csscn nicht, und rcdcn nicht; sie sehen einander an;sie seufzen; sic schlagen dic Augen nieder; sie schielen bald nachdcm Vater, bald nach dcm Sohnc; sic wcrdcn wciß; sic wcrdcnroth. Dcr Zorn und dic Verzweiflung sieht beiden ans denAugen. Aber juchhc! so recht! Siehst du, daß cs nichtnach deinem Kopfe gchcn muß? Mein Herr soll Zuliancn ha-ben, und wcnn --

L,isette. Za, dein Hcrr! Was macht abcr dcr?Anton. Lautcr dumme Streiche. Er krützclt mit der Ga-bcl auf dcm Tcllcr; hcngt dcn Kopf; bewegt das Maul, als obcr mit sich selbst redte; wackelt mit dcm Stuhle; stößt einmalcin Weinglas um; läßt cs liegen; thut, als wcnn cr nichtsmcrktc, bis ihm dcr Wein auf die Klcidcr laufen will; nunfährt er auf, und spricht wohl gar, ich hätte cs umgegossen.Doch genug geplaudert; cr wird auf mich fluchen, wo ich ihmdas Buch nicht bald bringe. Ich muß cs doch suchen. Aufdem Tische, zur rechten Hand, soll cs liegen. Za zur rechten