Tcr junge Gelehrte.
Dritter Auftritt.Damis. <Lisette.
Damis. Liscttc kann sich nur auch gleich mit fortmachen.Will denn meine Stube heute gar nicht leer werden ? Bald istder da, bald jener; bald die, bald jene. Soll ich denn nichteinen Augenblick allein seyn? (setzt sich cm seinen Tisch) Die Mu-sen verlangen Einsamkeit, und nichts verjagt sie eher, als derTumult. Ich habe so viele und wichtige Verrichtungen, daßich nicht weiß, wo ich zuerst anfangen soll; und gleichwohlstört man mich. Mit der Hcyrath, mit einer so nichtswürdigcnSache, ist der größte Theil des Nachmittags darauf gegangen;soll mir denn auch der Abend durch das ewige Hin- und Wie-dcrlauffcn entrissen werden? Zch glaube, daß in keinem Hauseder Müssiggang so herrschen kann, als in diesem.
-L.isctte. Und besonders auf dieser Stube.
Damis. Auf dieser Stube? Ungclchrtc! Unwissende!
S.isctte. Ist das geschimpft, oder gelobt?
Damis. Was für eine niederträchtige Seele! die Unwissen-heit, die Ungclchrsamkcit für keinen Schimpf zu halten! für kei-nen Schimpf? So möcbtc ich doch die Begriffe wissen, die eineso unsinnige Schwätzerinn von Ehre und Schande hat. Viel-leicht, daß bey ihr die Gelehrsamkeit ein Schimps ist?
F.isctte. Wahrhaftig, wann sie durcbgangig von dem Schlageist, wie bey Ihnen — —
Damis. Nein, das ist sie nicht. Die wenigsten haben esso weit gebracht — —
Fusette. Daß man nicht unterscheiden kann, ob sie när-risch, oder gelehrt sind? — —
Damis. Zch möchte aus der Haut fahren--
K.lscttc. Thun Sie das, und fahren Sie in eine klügere.
Damis. Wie lange soll ich noch den Beleidigungen dernichtswürdigstcn Kreatur ausgesetzt seyn? — — Tausend wür-den sich glücklich preisen, wenn sie nur den zehnten Theil mei-ner Verdienste hätten. Zch bin erst zwanzig Zahr alt; und wieviele wollte ich finden, die dieses Alter beynahe dreymal auf sichhaben, und glcicbwebl mit mir — — Doch ich rede umsonst.Was kann es mir für Cbre bringen, eine Unsinnige von mci-