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1 (1838)
Entstehung
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271
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Tcr jumic Gelehrte.

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Damis. Nicht finden? Ich habe dir ja gesagt, auf wel-cher Hand es liegt.

Amon. Ans der rechten, haben Sie wohl gesagt; aber nichtauf welcher rechten? Und das wollte ich Sie gleich fragenkommen.

Damis. Dummkopf, kannst du nicht so viel errathen, daßich von der Seite rede, an welcher ich sitze?

Amon. Es ist auch wahr, Liscttc; und darüber haben wirnns den Kopf zerbrochen! Herr Damis ist doch immer klüger,als Wir! (indem er ihm hinttrwerrs ciiicn Mönch sticht) Nun will iches wohl finden. Weiß eingebunden, rothen Schnitt, nicht?Gehen Sie nur, ich will es gleich bringen.

Damis. Za, nun ist es Zeit, da wir schon vom Tischeaufgestanden sind.

Amon. Schon aufgestanden? Zum Henker, ich bin nochnicht satt. Sind sie schon alle, alle aufgestanden?

Damis. Mein Vater wird noch sitzen, und die Zeitungauswendig lernen, damit er morgen in seinem Kränzchen denStaatsmann spielen kann. Geh geschwind, wenn du glaubst,von seinen politischen Brocken satt zu werden. Was will aberLiscttc hier?

Kisette. Bin ich jetzt nicht eben sowohl zu leiden, als vorhin?

Damis. Nein, wahrhaftig ncin. Vorhin glaubte ich, Li-scttc hätte wcnigstcns so viel Verstand, daß ihr Plaudern aufeine Viertelstunde erträglich seyn könnte; aber ich habe mich ge-irrt. Sie ist so dumm, wie allc Ucbrigc im Hausc.

L.isertc. Ich habe die Ehre, mich im Namcn aller Ucbri-gcn zu bedanken.

Anton. Ncrzwcifclt! das geht ja jetzt aus einem ganz an-dern Tone! Gott gebe, daß sie sich recht zanken! Aber zuhö-ren mag ich nicht. Liscttc, ich will immcr gchen.

Lisette. (sachte) Dcn Brief vergiß nicht; geschwind!

Damis. So! hast du Liscttcn um Urlaub zu bitten? Ichbefehle dir: bleib da. Zeh wüßte nicht, wohin du zu gchcnhättest.

Anton. Auf die Post, Herr Damis; auf die Post!Damis. Doch, es ist wahr; nun so geh! geh!