274 ^cr junge Gelehrte.
-L.lsetre. Leben Sie wohl! leben Sie wohl!
Damis. Himmel! was muß man von den ungelchrtcnBestien erdulden! Ist es möglich von einem unwissenden Wcibs-hildc--
Vierter Austritt.Chrysander. Anton. Damis.
Lhrys. Das ist ein verfluchter Brief, Anton! Ey! cy!mein Sohn, mein Sohn, polt coen-im stsdis, vel ^»gtsu8mille mesbis. Du wirst doch nicht schon wieder sitzen?
Damis. Ein andrer, der nichts zu thun hat, mag sichum dergleichen barbarische Gcsnndhcitsrcgcln bekümmern. Wich-tige Beschäftigungen — —
Chrys. Was willst dn von wichtigen Beschäftigungen reden?
Damis. Zch nicht, Herr Vater? Die meisten von denBüchern, die Sie hier auf dem Tische sehen, warten Theilsauf meine Noten, Theils auf meine Übersetzung, Theils aufmeine Widerlegung, Theils auf meine Vertheidigung, Theilsauch auf mein bloßes Urtheil.
Lhrys. Laß sie warten! Zctzt--
Damis. Jetzt kann ich freylich nicht alles auf einmal ver-richten. Wann ich nur erst mit dem Wichtigsten werde zuStande seyn. Sie glauben nicht, was mir hier eine gewisseUntersuchung für Nachschlagen und Kopfbrcchcn kostet. Nocheine einzige Kleinigkeit fehlt mir, so habe ich es bewiesen, daßsich Klcopatra die Schlangen an den Arm, und nicht an dieBrust, gesetzt hat — —
Lhrys. Die Schlangen taugen nirgends viel. Mir wärebeynahe jetzt auch eine in Busen gekrochen; aber noch ist esZeit. Höre einmal, mein Sohn; hier habe ich einen Briefbekommen, der mich--
Damis. Wie? einen Brief? einen Brief? Ach lieberAnton! einen Brief? Liebster Herr Vater, einen Brief? vonBerlin ? Lassen Sie mich nicht länger warten; wo ist er? Nichtwahr, nunmehr werden Sie aufhören an meiner Geschicklichkcitzu zweifeln? Wie glücklich bin ich! Anton, weißt du es auchschon, was darin n steht?