Ver junge Gelehrte.
276
Lhrys. Was schwärmst du wieder? Der Brief ist nichtvon Berlin; er ist von meinem Advokaten ans Dresden , undnach dem, was er schreibt, kann ans deiner Hcyrath mit Ju-lianen nichts werden.
Damis. Nichtswürdigcr Kerl! so bist du noch nicht wie-der auf der Post gewesen?
Anton. Zeh habe es Ihnen ja gesagt, daß vor neun Uhrfür mich auf der Post nichts zu thun ist.
Damis. Ah, >verlieri>l>ilislime, nun tur, leci tritur! Him-mel! daß ich vor Zorn so gar des Plautus Schimpfwörter brau-chen muß! Wird dir denn ein »ergebner Gang gleich den Halskosten?
Anton. Schimpften Sie mich? Weil ich es nicht ver-standen habe, so mag es hingehen.
Lhrys. Aber sage mir nur, Damis; nicht wahr, du hastdoch einen kleinen Widerwillen gegen Julianen? Wenn das ist,so will ich dich nicht zwingen. Du mußt wissen, daß ich kei-ner von den Vätern bin — —
Damis. Ist die Hcyrath schon wieder auf dem Tapete?Wann Sie doch, wegen meines Widerwillens unbesorgt seynwollten. Genug, ich hcyrathc sie — —
Lhrys. Das hcißt so viel, du wolltest dich meinetwegenzwingen? Das will ich durchaus nicht. Wenn du gleich meinSohn bist, so bist du doch ein Mensch; und jeder Mensch wirdsrcy gcbohrcn; er muß machen können, was cr will; und —Kurz, — ich gebe dir dein Wort wieder zurück.
Damis. Wieder zurück? und vor einigen Stunden konnteich mich nicht hurtig genug cntschlicsscn? Wie soll ich das ver-stehen ?
Lhrys. Das sollst du so verstehen, daß ich es überlegthabe, und daß, weil dir Juliane nicht gefällt, sie mir auchnicht ansteht; daß ich ihre wahren Umstände in diesem Briefewieder gefunden habe, und daß — — Du siehst es ja, daßich den Brief nur jetzt gleich bekommen habe. Ich weiß zwarwahrhaftig nicht, was ich davon denken soll? Die Hand mei-nes Advokaten ist es nicht — —
(Damis setzt sich wieder an den Tisch)
18°