Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
297
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Dcr junge Gelehrte.

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Anton. Nur sachte, sonst zcrrcissc» Sie ihn gar. Nunda! sagte ichs nichts

Damis. Es schadet nichts; er wird doch noch zu lesenseyn. Vor allen Dingen muß ich dir sagen, was erbctrift. Du weißt, oder vielmehr du weißt nicht, daß diePreußische Akademie auf die beste Untersuchung dcr Lehre vonden Monaden cincu Preis gesetzt hat. Es kam mir noch ganzspät ein, unsern Philosophen diesen Preis vor dem Maule wcg-zufangcn. Ich machte mich also geschwind darüber, und schriebeine Abhandlung, die noch gleich zur rechten Zeit muß gekom-men seyn. Eine Abhandlung, Anton,--ich weiß selbst

nicht, wo ich sie hergenommen habe, so gelehrt ist sie. Nunhat die Akademie, vor acht Tagen, ihr Urtheil über die einge-schickten Schriften bekannt gemacht, welches nothwendig zu mei-ner Ehre muß ausgefallen seyn. Ich, ich muß den Preis haben,und kein andrer. Zch habe es einem von meinen Freunden da-selbst heilig eingebunden, mir sogleich Nachricht davon zu geben.Hier ist sie; nun höre zu.

Mein Herr,

Wie nahe können Sie einem Freunde das Antworten lc-gcn! Sie drohen mir mit dem Verluste Ihrer Liebe,wenn Sie nicht von mir die erste Nachricht erhielten, obSie, oder ein andrer den akademischen Preis davon getragenhätten. Zch muß Ihnen also in aller Eil melden, daß Sie

ihn nicht--(stotternd) bekommen haben, und auch--

(immer furchtsamer) nicht haben--bekommen können."--

Was? ich nicht? und wer denn? und warum denn nicht?Erlauben Sie mir aber, daß ich als ein Freund mit Jh-ncn reden darf."So rede, Vcrräthcr!

Zch habe Ihnen unmöglich den schlimmen Dienst erweisen

können, Ihre Abhandlung zu übergeben."--

Du hast sie also nicht übergeben, Treuloser? Himmel, wasfür ein Donncrschlag! So soll mich deine Nachlaßigkcit, un-würdiger Freund, um die verdienteste Belohnung bringen ?Wie wird er sich entschuldigen, dcr Nichtswürdigc?

Wenn ich cs frey gcstchcn soll, so scheinen Sie etwas ganz