Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
296
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296 Der junge Gelehrte.

Stäubchen Papier bey mir finden. Damit Sie aber doch Ih-ren Willen haben; hier ist die eine; da ist die andre--

Was sehen Sie? Da ist die dritte; die ist auch leer.--

Nun kömmt die vierte (indem cr sie umwendet, fallen die Briefe

heraus)--Zum Henker, die verfluchten Briefe! die hatte

ich ganz vergessen (cr will sie geschwind wieder aufheben)

Damis, Gieb her, gieb hier! was fiel da heraus? Ganzgewiß wird es wieder etwas von mir seyn.

Anton. So wahr ich lebe, es ist nichts von Ihnen. AnSie könnte es eher noch etwas seyn.

Damis. Halte mich nicht ans; ich habe mehr zu thun.

Anton. Halten Sie mich nur nicht auf. Sie wissen ja,daß ich nun bald wieder auf die Post gehen muß. Ich weiß,es sind Briefe da.

Damis. Nun so geh, so geh! Aber durchaus zeige mirerst, was du so eilfertig aufhobst. Ich muß es sehen.

Anron. Zum Henker! wenn das ist, so brauche ich nichtauf die Post zu gehen.

Damis. Wie so?

Anton. Nu, nu! da haben Sie es. Ich will hurtig ge-hen, (er giebt ihm den Brief, und will fortlaufen)

Damis. (indem cr ihn besieht) Je, Anton, Anton! das istja eben der Brief aus Berlin , welchen ich erwarte. Ich kennihn an der Aufschrist.

Anron. Es kann wohl seyn, daß cr es ist. Aber, HerrDamis, werden Sie nur nur nicht ungehalten. Ichhatte es, bey meiner armen Seele! ganz vergessen

Damis. Was hast du denn vergessen?

Anron. Daß ich den Brief, beynahe schon eine halbeStunde, in der Tasche trage. Mit dem verdammten Plaudern!

Damis. Weil cr min da ist, so will ich dir den dummenStreich verzeihen. Aber, allerliebster Anton, was müssenhicrinn für unvergleichliche, für unschätzbare Nachrichten stehen!Wie wird sich mein Vater freuen! Was für Ehre, was fürLobsprüchc! O Anton! ich will dir ihn gleichvorlesen (bricht ihn hastig ans)