5er junge Gelehrte.
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Damis. Nein, nein; weise mir nur den Zettel her.
Anton. Sie können es unmöglich lesen. Ich habe gar zuschlecht geschrieben; kein Buchstabe steht gerade; sie hocken einerauf den andern, als ob sie Zunge Hecken wollten.
Damis. O so gieb her!
Anton, (giebt ihm den Zettel mit Zittern) Zum Henker, es istseine eigne Hand!
Damis. (betrachtet ihn einige Zeit) Was soll das htisscn?(steht zornig-mf) Verfluchter Verrathet, wo hast du dieses Blatt her?
Anton. Nicht so zornig; nicht so zornig!
Damis. Wo hast du es her?
Anton. Wollen Sie mich denn erwürgen?
Damis. Wo hast du das Blatt her, frag ich?
Anton. Lassen Sie nur erst nach.
Damis. Gesteh!
Anton. Aus — — aus Ihrer--Westentasche.
Damis. Ungclchrte Bestie! ist das deine Treue? Das istein Dicbstahl; ein Plagium.
Ancon. Zum Henker! des Quarks wegen mich zu einemDiebe zu machen?
Damis. Des Quarks wegen? was? den Anfang einesphilosophischen Lehrgedichts einen Quark zu nennen?
Anton. Sie sagten ja selbst, es tauge nichts.
Damis. Za, in so fern es ein Hochzcitkarmcn vorstellensollte, und du der Verfasser davon wärest. Gleich schaffe dieandern Manuskripte, die du mir sonst entwandt hast, auch her-bey! Soll ich meine Arbeit in fremden Händen sehen? Sollich zugeben, daß sich eine häßliche Dohle mit meinen prächti-gen Pfauenfedern ausschmücke? Mach bald! oder ich werdeandre Maaßregeln ergreifen.
Anton. Was wollen Sie denn? Ich habe nicht einenBuchstaben mehr von Ihnen.
Damis. Gleich wende alle Taschen um!
Anton. Warum auch nicht? Wenn ich sie umwende, sofällt ja alles heraus, was ich darum habe.
Damis- Mach, und erzürne mich nicht!
Anton. Ich will ein Schelm seyn, wenn Sie nur ein