.Die Juden. .W7
Marr. Rr. Ey! cy! Ach freylich werde» sie ihn wohlhaben umbringen wollen; die gottlosen Leute!
Der Reis. Das will ich eben nicht behaupten, aus Furcht,ihnen zuviel zu thun.
Mart. Rr. Ja, ja, glauben Sie mir nur, sie haben ihnumbringen wollen. Ich weiß, ich weiß ganz gewiß — —
Der Reis. Woher könnt Ihr das wissen? Doch es sey.So bald mich die Räuber ansichtig wurden, verließen sie ihreBeute, und liefen über Macht dem nahen Gebüsche zu. Zchlösctc das Pistol auf einen. Doch es war schon zu dunkel, under schon zu weit entfernt; daß ich also zweifeln muß, ob ichihn getroffen habe.
Marr. Rr. Nein, getroffen haben Sie ihn nicht. — —
Der Reis. Wißt Ihr es?
lNarr. Rr. Ich meyne nur so, wcils doch schon finster ge-wesen ist: und im Finstern soll man, hör ich, nicht gut zielenkönnen.
Der Reis. Ich kann Euch nicht beschreiben, wie erkennt-lich sich Euer Herr gegen mich bezeigte. Er nannte mich hun-dertmal seinen Erretter, und nöthigte mich, mit ihm auf seinGut zurück zu kehren. Zch wollte wünschen, daß es meine Um-stände zuließen, länger um diesen angenehmen Mann zu seyn;so aber muß ich mich noch heute wieder auf den Weg machen. —Und eben deswegen suche ich meinen Bedienten.
XNarr. Rr. O! lassen Sie Sich doch die Zeit bey mir nichtso lang werden. Verziehen Sie noch ein wenig. — Za! waswollte ich denn noch fragen? Die Räuber, — sagen Sie mirdoch — — wie sahen sie denn aus? wie gicngcn sie denn?Sie hatten sich verkleidet; aber wie?
Der Reis. Euer Herr will durchaus behaupten, es wärenJuden gewesen. Bärte hatten sie, das ist wahr; aber ihreSprache war die ordentliche hiesige Baurcnsprachc. Wenn sievermummt waren, wie ich gewiß glaube, so ist ihnen die Dcm-mcrung sehr wohl zu statten gekommen. Denn ich begreife nicht,wie Juden die Straßen sollten können unsicher machen, da dochin diesem Lande so wenige geduldet werden.
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