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?ic Juden.
Der Reis. Ihr seyd ein ehrlicher Maiin —
Mart- Rr. Das bin ich! Und mit der Ehrlichkeit kömmtman immer auch am weiteste».
Der Reis. Es ist mir kein geringes Vergnügen, daß ichmir durch eine so kleine Gefälligkeit so viel rechtschaffne Leuteverbindlich gemacht habe. Ihre Erkenntlichkeit ist eine übcr-flüßigc Belohnung dessen, was ich gethan habe. Die allgemeineMenschenliebe verband mich darzu. Es war meine Schuldigkeit;und ich müßte zufrieden seyn, wenn man es auch für nichtsanders, als dafür, angeschen hatte. Zhr seyd allzugütig, ihrlieben Leute, daß Zhr Euch dafür bey mir bedanket, was Zhrmir, ohne Zweifel, mit eben so vielem Eifer würdet erwiesenhaben, wenn ich mich in ähnlicher Gefahr befunden hätte. Kannich Euch sonst worinn dienen, mein Freund?
Mare. Rr. O! mit dem Dienen, mein Herr, will ich Sienicht beschweren. Zch habe meinen Knecht, der mich bedienen
muß, wanns nöthig ist. Aber--wissen möcht ich wohl
gern, wie es doch dabey zugegangen wäre? Wo wars denn?Warens viel Spitzbuben? Wollten sie unsern guten Herrn garums Leben bringen, oder wollten sie ihm nur sein Geld abneh-men? Es wäre doch wohl eins besser gewesen, als das andre.
Der Reis Zch will Euch mit Wenigem den ganzen Ver-laus erzählen. Es mag ohngefähr eine Stunde von hier seyn,wo die Räuber Euren Herrn, in einem hohlen Wege, angefal-len hatten. Zch rcisctc eben diesen Weg, und sein ängstlichesSchreyen um Hülfe bewog mich, daß ich nebst meinem Bedien-ten eilends herzu ritt.Marr. Rr. Ey! ey!
Der Reis Zch fand ihn in einem offnen Wagen — —XNarr. Rr. Ey! cy!
Der Reis. Zwey vermummte Kerle — —Mark- Rr. Vermummte? cy! ey!Der Reis. Za! machten sich schon über ihn her.Mart. Rr. Ey! ey!
Der Reis. Ob sie ihn umbringen, oder ob sie ihn nurbinden wollten, ihn alsdann desto sichrer zu plündern, weißich nicht.