Die Jude»,
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haben sie gewiß die Tobacksdosc zu stehlen im Sinne, (cr willganz sanbcr »ach der Uhr greife», wird aber ertappt)
Der Reis. Sachte! sachte! was hat Eure Hand hier zusuchen?
XNarr. Rr. Da können Sie sehn, mein Herr, was ichfür ein ungeschickter Spitzbube seyn würde. Wenn ein Judeschon so einen Griff gethan hätte, so wäre es gewiß um die
gute Uhr geschehn gewesen.--Doch weil ich sehe, daß ich
Ihnen beschwerlich falle, so nehme ich mir die Freyheit, michIhnen bestens zu empfehle», und verbleibe Zeitlebens für Deroerwiesene Wohlthaten, meines hochzuchrcndcn Herrn gehorsam-ster Diener, Martin Krumm, wohlbestallter Vogt auf diesemHochadclichcn Rittcrgutc.
Der Reis. Geht nur, geht!
Mart- Rr. Erinnern Sie Sich ja, was ich Ihnen von denJuden gcsagct habe. Es ist lauter gottloses diebisches Volk.
Dritter Auftritt.Der Reisende.
Vielleicht ist dieser Kerl, so dumm cr ist, oder sich stellt,ein boshafterer Schelm, als je einer unter den Juden gewesenist. Wenn ein Jude bctricgt, so hat ihn, unter neun malen,der Christ vielleicht sieben mal dazu genöthigct. Ich zweifle,ob viel Christen sich rühmen können, mit einem Juden aufrich-tig verfahren zu seyn: und sie wundern sich, wenn cr ihnenGleiches mit Gleichem zu vergelten sucht? Sollen Treu undRedlichkeit unter zwey Völkerschaften herrschen, so müssen beidegleich viel dazu beytragen. Wie aber, wenn es bey der einenein Rcligionspunkt, und beynahe ein verdienstliches Werk wäre,die andre zu verfolgen? Doch--
Vierter Auftritt.Der Reisende. Tyristopy-Der Reis. Daß man Euch doch allezeit eine Stunde su-chen muß, wenn man Euch haben will.
Christ. Sie scherzen, mein Herr. Nicht wahr, ich kannnicht mehr, als an Einem Orte zugleich seyn? Ist es also