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Tie Zudcii.
meine Schuld, daß Sie Sich nicht an diesen Ort begeben? Ge-wiß Sie finden mich allezeit da, wo ich bin.
Der Reis So? und Ihr taumelt gar? Nun begreif ich,warum Ihr so sinnreich seyd. Müßt Zhr Euch denn schonfrühmorgens bcsaufcn?
Christ. Sie reden von Bcsaufcn, und ich habe kaum zutrinken angefangen. Ein Paar Flaschen guten Landwcin, einPaar Gläser Brandwcin, und eine Mnndscmmcl ausgenommen,habe ich, so wahr ich ein ehrlicher Mann bin, nicht das ge-ringste zu mir genommen. Ich bin noch ganz nüchtern.
Der Reis O! das sieht man Euch an. Und ich ratheEuch, als ein Freund, die Portion zu verdoppeln.
Christ. Vortrefflicher Rath! Ich werde nicht unterlassen,ihn, nach meiner Schuldigkeit, als einen Befehl anzusehen. Ichgehe, und Sie sollen sehen, wie gehorsam ich zu seyn weiß.
Der Reis. Seyd klug! Ihr könnt dasür gchn, und diePferde satteln, und aufpacken. Zch will noch diesen Vormit-tag fort.
Christ. Wenn Sie mir im Scherze gerathen haben, eindoppeltes Frühstück zu nehmen, wie kann ich mir einbilden, daßSie jetzt im Ernste reden? Sie scheinen Sich heute mit mirerlustigeu zu wollen. Macht Sie etwa das junge Fräulein soaufgeräumt? O! es ist ein allerliebstes Kind. — Nur noch einwenig älter, ein klein wenig älter sollte sie seyn. Nicht wahr,mein Herr? wenn das Frauenzimmer nicht zu einer gewissenReife gelangt ist, — —
Der Reis Geht, und thnt, was ich euch befohlen habe.
Christ. Sie werden ernsthaft. Nichts dcstowcnigcr werdeich warten, bis Sie mir es das drittemal befehlen. Der Punktist zu wichtig! Sie könnten Sich übereilt haben. Und ich binallezeit gewohnt gewesen, meinem Herren Bedenkzeit zu gönnen.Uebcrlcgcn Sie es wohl; einen Ort, wo wir fast auf den Hän-den getragen werden, so zeitig wieder zu verlassen? Gestern sindwir erst gekommen. Wir haben uns um den Herrn unendlichverdient gemacht, und gleichwohl bey ihm kaum eine Abendmahl-zeit und ein Frühstück genossen.