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Tic Zndeii.
Durst verstanden haben. Den aber habe ich nicht verstanden;sondern den Hnngcr nnd Durst der Liebe. Den, Mamsell,den! Sind Sie nun mit meiner Erklärung zufrieden?
F.isecte. Besser als mit dem Erklärten.
Christ. Ey! im Vertrauen:--Sagen Sie etwa zu-gleich auch damit so viel, daß Ihnen ei» Licbcsantrag von mirnicht zuwider seyn würde?
K.isette, Vielleicht! Wollen Sie mir einen thun? im Ernst?
Christ. Vielleicht!
Fusetle. Pfuy! was das für eine Antwort ist! vielleicht!Christ. Und sie war doch nicht ein Haar anders, alsdie Ihrige.
^.iserce. In meinem Munde will sie aber ganz etwas an-ders sagen. Vielleicht, ist eines Frauenzimmers größte Versi-cherung. Denn so schlecht unser Spiel auch ist, so müssen wiruns doch niemals in die Karte sehen lassen.
Christ. Ja, wenn das ist! — Ich dächte, wir kämenalso zur Sache. — — (er schmeißt beide Mautclsäckc auf die Erde)Ich weiß nicht, warum ich mirs so sauer mache? Da liegt!
— — Ich liebe Sie, Mamsell.
A.isette. Daß heiß ich, mit Wenigem viel sagen. Wirwollcns zergliedern. — —
Christ. Nein, wir wollcns lieber ganz lassen. Doch, —damit wir in Ruhe einander unsre Gedanken eröffnen können;
— — belieben Sie Sich nieder zu lassen! — — Das Stehnermüdet mich. — — Ohne Umstände! — (er nöthiget sie auf denMautclsack zu sitze»)--Ich liebe Sie, Mamsell.--
L,isctte. Aber,--ich sitze verzweifelt hart.--Ich
glaube gar, es sind Bücher darum--
Christ. Darzu recht zärtliche und witzige; — und gleich-wohl sitzen Sie hart daraus? Es ist meines Herrn Rciscbiblio-thck- Sie besteht aus Lustspielen, die zum Weinen, und ansTrauerspielen, die zum Lachen bewegen; aus zärtlichen Helden-gedichten, aus tiefsinnigen Trinkliedern, und was dergleichenneue Siebensachen mehr sind. — — Doch wir wollen um-wechseln. Setzen Sie Sich aus meinen; — ohne Umstände! —
— meiner ist der weichste.