Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
348
Einzelbild herunterladen
 

348 Ter Misogyn.

auch so gesinnt wärst! Nun so hören Sie.--Ich habe

drey Weiber gehabt.

A.elio. Drey Weiber?

Valer. Wissen Sie das noch nicht?

L.clio. (zu Balcm) O, so schweigen Sie! Drey Wei-ber! Sie müssen also einen rechten Schatz der mannigfaltigstenErfahrung besitzen. Nur wundre ich mich, wie Sie IhreWeibcrfcindschaft gleichwohl dreymal so glücklich haben besie-gen könne».

U)umeh. Von selbst wird man auf einmal nicht klug.Hätte ich aber einen Vater gehabt, wie mein Sohn an mirhat; einen Vater, der mich mit seinem Beyspiele von demRande des Verderbens hätte abhalten können Gewiß, meinSohn, du verdienest so einen Vater nicht!

Ä.elio. O, sagen Sie mir doch vor allen Dingen, welchevon Ihren drey bösen Weibern war Valcrens Mutter? war eswohl noch die beste?

U?umsl). Die beste?

S.elio. Von den schlimmen, meyne ich.

Wumsh. Die beste von den schlimmen? die schlimmste,lieber Lclio, die allcrschlimmste!

A.elio. Ey! so hatte sie wohl gar nichts von Ihrem Sohne?O, die ausgeartete Mutter!

Valer. Warum wollen Sie mich quälen, Lclio? Ich liebemeinen Vater, allein ich habe auch meine Mutter geliebt. MeinHerz wird zerrissen, wenn er sie noch im Grabe nicht ruhen läßt.

IVumsh. Mein Sohn, wenn du es so nimmst, gut, gut! Ich will es Ihnen hernach erzählen, Herr Lclio, wenn wirallein sind. Man kann sichs unmöglich cinbildcn, wic eigensin-nig, wie zänkisch

valer. Sie wollen es ihm erzählen, wenn Sie allein sind?Ich muß also gehen.

wumeh. Nun, nun, bleib nur da. Ich will gern nichtsmehr sagen. Hätte ich es doch nicht geglaubt, daß man so gareingenommen für eine Mutter seyn könne. Mutter hin, Mut-ter her; sie bleibt darum doch eine Frauensperson, deren Feh-ler man verabscheuen muß, wenn man sich ihrer nicht mit schul-