Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
350
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Der Misogyn.

Sie sind zu vernünftig. Wie gesagt, mein Sohn, du kannstdich darauf verlassen: deine Schwester soll mit dir; sie mußmit dir. Ich will gleich gehen, und es ihr sagen, (cr gclit ab)

Vierter Austritt.Lelio. Valer.

Valer. Liebste Hilaria, was soll ich noch anfangen? Siesehen

Ä.elio. Ich sehe, daß Sie zu ungeduldig sind, Valer

valer. Zu ungeduldig? Sind wir nicht schon acht Tagehier? Warum war ich nicht leichtsinnig genug, mich um dieEinwilligung meines Vaters nicht zu bekümmern? Warummußte Hilaria für die Schwachheit seines mürrischen Alters soviel Gefälligkeit haben? Der Einfall, den Sie hatten, Sich inder Verkleidung einer Mannsperson, unter dem Namen IhresBruders, seine Gewogenheit vorher zu erwerben, war der simi-rcichste von der Welt, der uns am geschwindesten zu unsermZwecke zu führen versprach. Und doch will er zu nichts helfen.

L.elio. Sagen Sie das nicht; denn ich glaube, unsreSache ist auf einem sehr guten Wege. Habe ich, als Lclio,seine Freundschaft, und sein ganzes Vertrauen nicht weg?

valer. Und dieses ohne Wunderwerke. Sie stellen Sichihm ja in allem gleich.

L.elio. Muß ich es denn nicht thun?

Valer. Aber nicht so ernstlich. Anstatt, daß Sie ihn vonseinem eigensinnigen Wahne abbringen sollten, bestätigen Sieihn darinn. Das kann unmöglich gut gehen! Noch eins,liebste Hilaria: gegen meine Schwester treiben Sie gleichfallsdie Maskerade viel zu weit.

K.elio. Es wird aber doch immer ein Schattenspiel blei-ben! Und so bald sie erfährt, wer ich bin, so ist alles wie-der in seinem Gleiße.

Valer. Wenn sie es nicht zu spät erfährt. Ich weiß wohl,da Sie als Mannsperson hier erschienen, durften Sie Sichnicht einbrechen, ihr einige Schmeicheleycn zu sagen. Aber Siehätten diese Schmeicheleien so frostig, als möglich, sagen sol-