Der Misogyn.
weil ich dich los seyn will. Ob cs dir aber angenehm, oderunangenehm ist, das kann mir gleich viel gelten.
A.anra- Ich höre wohl, Herr Vater, das Sie nur deßwe-gen Zhrc Wohlthat so klein und zwcvdcutig machen, nm micheiner formellen Danksagung zu überheben. Ich schweige also.— Aber du, mein lieber Bruder, —
U)nmsh. Ja, ja; sie schweigt, das ist: sie fängt mit ei-nem andern an zu plaudern.
Ä.aura. Du wirst mich doch hoffentlich nicht ungern mitdir nehmen?
Valer. Liebe Schwester, — —
L.anra. Gut, gut; erspare nur deine Versicherungen. Ichweiß schon, daß du mich liebst. Wie vergnügt will ich in dei-nem Umgänge seyn, den ich so viele Zahrc habe entbehrenmüssen.
Valcr. Ich kann dir cs unmöglich zumuthcn, eine geliebteVaterstadt, wo dn so viele Freunde und Verehrer hast, mei-netwegen mit einem ganz unbekannten Orte zu vertauschen.
N?nmsh. Aber ich muthc cs ihr zu! Zeh will doch nichthoffen, daß ihr mit cinandcr komplimcntirt?
Aanra. Horst du? — — Und was willst du denn mitdcincr ganz unbekannten Stadt ? Werde ich dich nicht da haben ?Wird nicht Lclio da seyn? Werde ich nicht seine vortrefflicheSchwester da finden? (zum Lclio) Erlauben Sie mir, mein Herr, —
Vvmnsl). Das dacht ich wohl, ihr Schnadcrn geht dieReihe hcrum.
L,aura. Erlauben Sie mir, sag ich, Ihre Schwester im-mer im voraus, als meine Freundinn zu betrachten. Sie darfnur die Hälfte von den Vollkommenheiten ihres Bruders besitzen,wenn ich sie eben so sehr licbcn soll, als ich diesen hochschätzt.
U)umsh. Nu? ich glaube gar, du unterstehst dich, ehr-lichen Leuten Schmeicheleien zu sagen ? — Es thut mir leid,Herr Lclio, daß Sie das unbesonnene Ding schamroth machen soll.
valcr. (sachte zum Lclio) Antworten Sie ihr ja nicht zuvcrbindlich. — —
L.elio. Liebenswürdige Laura,--
Valer, (sachte zum Lclio) Nicht zu verbindlich, sag ich. —