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Der Misogyn.
geben, daß Sie nichts als meinen Ruin suchen. Vergleichen?habe ich nicht die gerechteste Sache?
Solbist. Auch die gerechteste Sache kann verloren werden,wenn sie wie die Ihrige steht. Ihre selige Frau hat es schonzu weit komme» lassen.
U?umsh- Das verwünschte Weib! kömmt nicht all meinUnglück von Weibern her?
Solbist, Nicht allein Ihr Unglück, sondern überhaupt allesUnglück, das in der Welt geschieht, — wie ich hernach erweisenwerde. Machen Sie nur, daß Sie den Beweis bald hören kön-nen, und sagen Sie mir kurz, ob es Ihnen nicht lieb seyn würde,wenn Leander — ich will nicht sagen, sich mit Ihnen vergliche:denn von Vergleichen wollen Sie nichts hören — sondern untereiner kleinen, ganz kleinen Bedingung, den Proceß hängen ließ.
U)umoh. Hängen ließ? So, daß ich ihn gleichsam ge-wonnen hätte? Ja, das wäre noch etwas. Aber was ist esdenn für eine Bedingung?
Solbist. Eine Bedingung, die vollkommen nach IhremSinne seyn wird.
wumsh. Nun?
Solbist. Kurz, Leander will den Proceß unter der Be-dingung hängen lassen, — unter der Bedingung, Herr Wums-hätcr — (sachte ins Ohr) daß Sie sein Unglück machen wollen.
Ivumsh. (sehr laut) Was? daß ich sein Unglück machen will?
Solbist. Sie werden mit Ihrer vcrräthcrischcn Auktiona-torstimme noch meines machen. Ich thue mcinc Dinge allegern heimlich, und in der Stille. Aber Sie, Sie — ich wcttc,Lcandcr hat es in seinem Hause gehört!
U?umsh. Nun so entdecken Sie mir denn ganz heimlich,auf welche Weise ich sein Unglück machen kann?
Solbist. Nichts ist leichter. Hören Sie nur, im Ncrtraucn;der Mensch ist ganz närrisch geworden. Ich glaube, der Him-mel hat ihn Zhrmtwcgcn gestraft. Er ist auf einen recht despe-raten Einfall gerathen. Ich will ihn Ihnen gleich erklären. —
Mumsh. Noch seh ich nicht, wo Sie hinaus wollen?Solbist. (er legt die Akten weg; bringt eine große Halskrause ausder Tasche, die er sich umbindet; zieht ein paar weiße Handschuh an, tritt