Der Freygeist.
legenheit ja nicht zu versäumen, meinen Ruin an den Tag zubringen, und mir dadurch die letzte Zuflucht, die Gunst desLisidors, zu vernichten?
Johann. Verdammt! wie gehen mir die Augen auf! Siehaben Recht. Kann ich Esel denn, wenn von einem Gcistli-lichcn die Rede ist, nicht gleich auf das Allcrboshaftcstc fallen?— Ha! wenn ich doch die Schwarzröckc auf einmal zu Pulverstampfen und in die Luft schießen könnte! Was für Streichehaben sie uns nicht schon gespielt! Der eine hat uns um man-ches Tausend Thaler gebracht: das war der ehrwürdige Ge-mahl Ihrer lieben Schwester. Der andere — —
Adrast. D! fange nicht an, mir meine Unfälle vorzuzählen.Ich will sie bald geendigt sehen. Alsdann will ich es doch ab-warten, was mir das Glück noch nehmen kann, wann ich nichtsmehr habe.
Johann. Was es Ihnen noch nehme» kann, wann Sienichts mehr haben!? Das will ich Ihnen gleich sagen: Michwird es Ihnen alsdann noch nehmen.
Adrast. Ich verstehe dich, Holunkc! —
Johann. Verschwenden Slc Ihren Zorn nicht an mir.Hier kömmt der, an welchem Sie ihn besser anwenden können.
Fünfter Auftritt.Theophan, Adrast. Johann.
Theophan. Ich bin wieder hier, Adrast. Es entfielenIhnen vorhin einige Worte von Falschheit und List.--
Adrast. Beschuldigungen entfallen mir niemals. Wenn ichsie vorbringe, bringe ich sie mit Vorsatz und Ucbcrlcgung vor.
Theophan. Aber eine nähere Erklärung--
Adrast. Die fodcrn Sie nur von Sich selbst.
Johann, (die ersten Worte bey Seite) Hier muß ich Hetzen.--
Ja, ja, Herr Thcophan! es ist schon bekannt, daß Ihnen meinHerr ein Dorn in den Augen ist.
Thcophan- Adrast, haben Sie es ihm befohlen, an Ih-rer Stelle zu antworten?
Johann. So? auch meine Vertheidigung wollen Sie ihm