Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
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Der Freygeist.

Adrast. Wird mir wenig kosten, zu verlassen. SorgenSie aber nur nicht, daß es eher geschehen soll, als bis Siebefriediget sind. Zch will Ihren Verlust nicht, und sogleichnoch das letzte Mittel versuchen.

Lheophan. Bleiben Sie, Adrast. Es thut mirleid, daß ich Sie nicht gleich den Augenblick aus aller Ihrer

Unruhe gerissen habe.--Lernen Sie meinen Vetter besser

kennen, (indem er die Wechsel hervor zieht) und glauben Sie gewiß,wenn Sie schon von mir das Allcrnichtswürdigste denken wol-len, daß wenigstens er ein Mann ist, der Ihre Hochachtungverdient. Er will Sie nicht anders, als mit dem sorglosestenGesichte sehen, und giebt Ihnen deswegen Ihre Wechsel hierzurück, (er reicht fie ihm dar) Sie sollen sie selbst so lange ver-wahren, bis Sie ihn nach Ihrer Bequemlichkeit deswegen befrie-digen können. Er glaubt, daß sie ihm in Ihren Händen ebenso sicher sind, als unter seinem eigenen Schlosse. Sie habenden Ruhm eines ehrlichen Mannes, wenn Sie schon den Ruhmeines frommen nicht haben.

Adrast. (stutzig, indem er des Theophans Hand zurück stößt) Mitwas für einem neuen Fallstricke drohen Sie mir? Die Wohl-thaten eines Feindes--

iLheophan. Unter diesem Feinde verstehen Sie mich; wasaber hat Araspc mit Ihrem Hasse zu thun? Er ist es, nichtich, der Ihnen diese geringschätzige Wohlthat erzeigen will;wenn anders eine armselige Gefälligkeit diesen Namen verdient.Was überlegen Sie noch? Hier, Adrast! nehmen Sie IhreHandschriften zurück!

Adrast. Ich will mich wohl dafür hüten.

i5heophan. Zch bitte Sie, lassen Sie mich nicht unvcr-richtctcr Sache zu einem Manne zurückkommen, der es mit Ih-nen gewiß redlich mcynet. Er würde die Schuld seines verach-teten Anerbietens auf mich schieben, (indem er ihm die Wechselaufs neue darreicht, reißt sie ihm Johann aus der Hand.)

Johann. Ha! ha! mein Herr, in wessen Händen sind dieWechsel nun?

Theophan. (gelassen) In den dcinigcn, ohne Zweifel. Im-mer bewahre sie, anstatt deines Herrn.