Ver Freygeist.
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Adrast. (geht wütend auf dm Bedienten los) Infamer! es kostetdein Leben--
Thcophan. Nicht so hitzig, Adrast.
Zldrast. Den Augenblick gieb sie ihm zurück! (er nimmt sieihm weg.) Geh mir aus den Augen!
Iohann. Nun, wahrhaftig!--
Adrast. Wo du noch eine Minute verziehst — — (er stößtihn fort.)
Sechster Auftritt.Thcophan. Adrast.
Adrast. Ich muß mich schämen, Thcophan; ich glaube abernicht, daß Sie so gar weit gehen, und mich mit meinem Be-dienten vermengen werden.--Nehmen Sie es zurück, was
man Ihnen rauben wollte.--
Thcophan. Es ist in der Hand, in der es seyn soll.
Adrast. Nein. Ich verachte Sie viel zu sehr, als daß ichSie abhalten sollte, eine niederträchtige That zu begehen.
Thcophan. Das ist empfindlich! (er nimmt die Wechsel zurück)
Adrast. Es ist mir lieb, daß Sie mich nicht gezwungen,sie Ihnen vor die Füße zu werfen. Wenn sie wieder in meineHände zurück kommen sollen, so werde ich anständigere Mitteldazu finden. Finde ich aber keine, so ist es eben das. Siewerden Sich freuen, mich zu Grunde zu richten, und ich werdemich freuen, Sie von ganzem Herzen hassen zu können.
Thcophan. Es sind doch wirklich Ihre Wechsel, Adrast <!(indem er sie aufschlagt und ihm zeigt)
Adrast- Sie glauben etwa, daß ich sie leugnen werde? —
Thcophan. Das glaube ich nicht; ich will bloß gewiß seyn,(er zerreißt sie gleichgültig,)
Adrast Was machen Sie, Thcophan?
Thcophan- Nichts, (indem er die Stücke» i» die Scene wirst)Ich vernichte eine Nichtswürdigkeit, die einen Mann, wie Adrastist, zu so kleinen Reden verleiten kann.
Adrast. Aber sie gehören nicht Ihnen. —
Thcophan. Sorgen Sie nicht; ich thue, was ich verant-worten kann.--Bestehet Ihr Verdacht noch? (geht ab.)