Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
445
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Der Freygeist.

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Susctte. Und Sie, Mamsell?

-Henriette. Ich bin auch keine Liebhaberinn vom Stellen.

-Lafette. Besorgen Sie beide etwa, daß Sie es zu natür-lich machen möchten? Was stehen Sie so auf dem Sprunge,Herr Thcophan? Was stehen Sie so in Gedanken, Mamsell?

-Henriette. O, geh! es wäre in meinem Leben das erstemal.

Theophan. Ich muß mich auf einige Augenblicke beurlau-ben, schönste Hcnricttc.

-L.isetre. Es ist nicht nöthig. Sie sollen mir wahrhaftignicht nachsagen, daß ich Sie wcggcplaudcrt habe. KommenSie, Mamsell!--

Henriette. Es ist auch wahr, dein Plaudern ist manchmal

recht ärgerlich. Komm!---Thcophan, soll ich sagen, daß

Sie nicht lange weg seyn werden?

iLheophan. Wenn ich bitten darf.

(Hcnricttc und Lisctte gchcn auf der eine» Seite ab. Indem Thco-phan auf der andern abgehen will, begegnet ihm der Wechsler.)

Neunter Auftritt.

Theophan- Der Wechsler.

Der Mecbsler. Sie werden verzeihen, mein Herr. Ichmöchte nur ein Wort mit dem Herrn Adrast sprechen.

kLheophan. Eben jetzt ist er ausgegangen. Wollen Siemir es auftragen?--

Der Wechsler. Wenn ich so frey seyn darf.--Er

hat eine Summe Geldes bey mir aufnehmen wollen, die ichihm auch Anfangs versprach. Ich habe aber nunmehr Bcdcnk-lichkcitcn gefunden, und ich komme, es ihm wieder abzusagen:das ist es alles.

Theophan. Bcdcnklichkcitcn, mein Herr? Was für Bc-dcnklichkcitcn? doch wohl keine von Seiten des Adrast?

Der Wechsler. Warum nicht?

Theophan. Ist er kein Mann von Kredit?

Der Wechsler. Kredit, mein Herr, Sie werden wissen,was das ist. Man kann heute Kredit haben, ohne gewiß zuseyn, daß man ihn morgen haben wird. Zch habe seine jetzi-gen Umstände erfahren.