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1 (1838)
Entstehung
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Der Schatz.

dem Rath, als das Hans selber zu kaufen, um so wohl daseine, als das andere zu retten. Ansclmus mag nunmehr heuteoder morgen kommen: ich kann ihm beides richtig überliefern.Sie sehen ja wohl, daß ich das gekaufte Haus nicht einmalbrauche. Ich habe Sohn und Tochter herausziehen lassen, undes feste verschlossen. Es soll niemand wieder hinein kommen,als sein rechter Herr. Ich sahe es voraus, daß mich die Leuteverleumden würden; aber ich will doch lieber eine kurze Zeitweniger ehrlich scheinen, als es in der That seyn. Bin ich nunnoch in Ihren Augen ein alter Betricgcr? ein Blutige! ?

Staleno. Sie sind ein ehrlicher Mann, und ich bin einNarr. Daß die Leute, die allen Plunder wissen wollen, undsich mit Nachrichten schleppen, wovon doch weder Kopf nochSchwanz wahr ist, bey dem Henker wären! Was für Zeug ha-ben sie mir nicht von Ihnen in die Ohren gesetzt! Aberwarum war ich auch so ein alter Esel, und glaubte es? Neh-men Sie mirs nicht übel, Philto, ich bin zu hastig gewesen.

Philto. Ich nehme nichts übel, wobey ich eine gute Ab-sicht sehe. Mein ehrlicher Name ist Ihnen lieb gewesen; unddas erfreut mich. Sie würden sich viel darum bekümmert ha-ben, wenn Sie nicht mein Freund wären.

Staleno. Gewiß, ich bin ganz böse auf mich.

Philro. Ey nicht doch!

Staleno. Ich bin mir recht gram, daß ich mir nur einenAugenblick etwas Unrechtes von Ihnen habe einbilden können!

Philto. Und ich bin Ihnen recht gut, daß Sie so fein of-fenherzig gegen mich gewesen sind. Ein Freund, der lins allesunter die Augen sagt, was er anstößiges an uns bemerkt, istjetzt sehr rar; man muß ihn nicht vor den Kopf stoßen, undwenn er auch unter Zchnmalcn nur einmal Recht haben sollte.Meynen Sie es nur ferner gut mit mir.

Staleno. Das heiße ich doch noch gcrcdt, wie man redensoll! Top! wir sind Freunde, und wollen es immer bleiben.

Philto- Top! Haben Sie mir sonst noch etwas zusagen?

Staleno. Ich wüßte nicht.--Doch ja. (bey Scitc) Viel-leicht kann ich meinem Mündel eine unverhoffte Freude machen.