Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
475
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Der Schatz.

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Philto. Was ists?

Staleno. Sagten Sie mir nicht, daß ein Theil der ver-borgenen Baarschaft zur Aussteller für Jungfer Kamillen sollte?Philto. Ja.

Staleno. Wie hoch belauft sich wohl der Theil?

Philto. Auf sechs tausend Thaler.

Staleno. Das ist nicht schlimm. Und wenn sich nun etwaeine ansehnliche Partie für die sechs tausend Thaler fürZungfcr Kamillen, wollte ich sagen, fände: hatten Sie wohlLust, Za dazu zu sagen?

Philto. Wenn sie ansehnlich wäre, die Partie; warum nicht?

Sraleno. Zum Exempel, mein Mündel? was meynen Sie?

philto. Was? der junge Herr Leander? hat der ein Augeauf sie?

Staleno. Wohl beide. Er ist so vergafft in sie, daß ersie lieber heute als morgen nähme, und wenn sie auch nackendzu ihm käme.

Philto. Das laßt mir Liebe seyn! Wahrhaftig, Herr Sta-leno, Ihr Vorschlag ist nicht zu verachten. Wenn es IhrErnst ist

Staleno. Mein völliger Ernst! Ich werde ja nicht beysechs tausend Thalern scherzen?

Philto. Za! aber will denn auch Kamille Leandern haben?

Sraleno. Wenigstens will er sie haben. Wenn zwanzigtausend Thaler sechs tausend Thaler hcyrathen wollen, so wer-den ja die sechse nicht närrisch seyn, und den zwanzigen einenKorb geben. Das Mädchen wird ja wohl zählen können.

Philto. Zch glaube, wenn auch Anselmus heute wiederkäme, daß er selbst seine Tochter nicht besser zu versorgen wün-sche» könnte. Gut! ich nehme alles über mich. Die Sachesoll richtig seyn, Herr Staleno.

Staleno. Wenn die sechs tausend Thaler richtig sind.

Philto. Za, verzweifelt! nun fällt mir erst die größte Schwie-rigkeit ein.--Müßte denn Leander die sechs tausend Tha-ler gleich mit bekommen?

Staleno. Er müßte eben nicht; aber alsdann müßte ereben auch nicht Kamillen gleich haben.