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1 (1838)
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Der Schatz.

L.elio. Und du? Nun freylich wohl muß ich auf dich mehr,als auf den Wechsel, mehr, als auf den Herrn Stilett,, undmehr, als auf die Frau Lclanc rechnen.

Maskarill. Nein, nein, mein Herr! und ich, wollteich sagen, ich bin auch noch nicht bezahlt. Ich habe meinenLohn ganzer sieben Zahr bey Ihnen stehen lassen.

Aclio. Du hast dafür sieben Zahr die Erlaubniß gehabt,mich auf alle mögliche Art zu bekriegen, und dich dieser Erlaub-niß auch so wohl zu bedienen gewußt

Philto. (der ihnm näher tritt) Daß der Herr noch endlich dieLivcrcy des Bedienten wird tragen müssen.

XNaskarill. Welche Prophczcihung! Ich glaube, sie kamvom Himmel? (indem cr sich umsicht) Ha! ha! Herr Philto, kamsie von Ihnen? Ich bin zu großmüthig, als daß ich Ihnen

das Schicksal der neuen Propheten wünschen sollte.--Aber

wenn Sie uns zugehört haben, sagen Sie selbst, ist es erlaubt,daß ein armer Bedienter seinen Lohn für sieben saure Jahre

philto. An dem Galgen solltest du deinen Lohn finden. Herr Lclio, ich habe Ihnen ein Wort zu sagen.

F.elio. Nur keine Vorwürfe, Herr Philto! Ich kann siewohl verdienen, aber sie kommen zu spät.

philto. Herr Leander hat durch seinen Vormund, denHerrn Stalcno, um Ihre Schwester anhalten lassen.

Aelio. Um meine Schwester? Das ist ja ein großes Glück.

philto. Freylich wäre es ein Glück; aber es stößt sich andie Aussteuer. Stalcno hat es nicht glauben können, daß Siealles vcrthan habcn. Sobald ich cs ihm sagte, nahm cr seineAnwerbung wicdcr zurück.

L,elio. Was sagcn Sie?

philto. Ich sage, daß Sie Ihre Schwester zugleich un-glücklich gemacht habcn. Das arme Mädchcn muß durch IhreSchuld nun sitzcn bleiben.

Maskarill. Nicht durch seine Schuld; sondern durch dieSchuld eines alten Gcitzhalscs. Wenn doch der Gcyer alle ei-gennützige Vormünder, und alles was ihnen ähnlich sieht, (indemcr den Philto ansieht) holen wollte! Muß denn ein Mädchcn Geldhabcn, wenn sie die ehrliche Frau eines ehrlichen Mannes seyn